Erbrecht neu

Erbrecht neu
© Sebastian Philipp

Neuerungen im Erbrecht

Im Jänner 2017 ist die umfassendste Reform des österreichischen Erbrechts seit 1811 in Kraft getreten. Davor errichtete letztwillige Verfügungen bleiben – trotz Änderung der Formvorschriften – gültig.

Die wichtigsten Neuerungen ab 1.1.2017 im Überblick:

Damit sind nur noch die Nachkommen der/des Verstorbenen sowie der Ehegatte/die Ehegattin oder eingetragene PartnerInnen pflichtteilsberechtigt, nicht aber dessen Eltern.

Für LebensgefährtInnen wird ein „außerordentliches Erbrecht“ eingeführt. Das heißt: Gibt es keine gesetzlichen (z.B. Nichten/Neffen) oder per Testament eingesetzten ErbInnen, erbt der Lebensgefährte oder die Lebensgefährtin. Bisher hatten LebensgefährtInnen keinerlei gesetzliche Erbansprüche, konnten aber in einem Testament bedacht werden.

Dem Nachlass sind zur Berechnung der Pflichtteile alle Schenkungen zu Lebzeiten hinzuzurechnen, durch die Anrechnung verringert sich der jeweilige Pflichtteil der SchenkungsempfängerInnen.

Schenkungen werden zum Schenkungszeitpunkt bewertet, wobei anschließend eine Aufwertung mit dem Verbraucherpreisindex auf den Todeszeitpunkt vorzunehmen ist.

Pflegeleistungen, die an der/dem Verstorbenen drei Jahre vor ihrem/seinen Tod erbracht wurden, sollen erbrechtlich berücksichtigt werden.Das Verlassenschaftsverfahren soll als Gelegenheit benützt werden können, Pflegeleistungen, die durch Angehörige an der/dem Verstorbenen erbracht wurden, nach Billigkeit entsprechend abzugelten und damit einen Ausgleich unter Angehörigen herzustellen.

Bei Erbschaften und Schenkungen wird der (höhere) Grundstückswert (Ermittlung via Immobilienpreisspiegel der Statistik Austria bzw. Modell des BMF) der Liegenschaft herangezogen und nicht mehr der dreifache Einheitswert.

Bei Schenkungen und testamentarischen Übertragungen von Grundstücken und Immobilien an gemeinnützige Organisationen entfällt sowohl die Grunderwerbsteuer als auch die Grundbucheintragungsgebühr. Diese Regelung gilt auch bei Spenden von Immobilien und Grundstücken.

Das Testament sollte sicher aufbewahrt werden und leicht auffindbar sein. Fachkundige Beratung zum Thema Testament und Erbschaft kann man bei einem Notar oder Rechtsanwalt seines Vertrauens einholen.

Ein Testament kann vom Testator jederzeit widerrufen, vernichtet oder durch ein neues Testament ersetzt werden.

Mehr Informationen entnehmen Sie dem ROTE NASEN Testamentratgeber.

Gerne bin ich für Sie jederzeit da, um Frage vertraulich zu beantworten.

Mag.a Ilse Berg
Public Fundraising

Weitere Informationen

Informieren Sie sich über alle rechtlichen Rahmenbedingungen einer Nachlassregelung. Sie können den Testament-Ratgeber auch gerne herunterladen.
Bei diesen Veranstaltungen informieren wir Sie gemeinsam mit einem Notar über Testamentspenden.