Interview mit Christian Sommer

02.Mai 2023
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Christian Sommer alias Clown Bernhart erzählt uns von seinem Clownbesuch bei Wiktoria.

Die 5-jährige Wiktoria wartet im Orthopädischen Spital Speising gemeinsam mit ihrer Mutter darauf, dass sie zur Operation abgeholt wird. Das Mädchen hat Fehlstellungen an beiden Füßen. Ohne ihre Spezialschuhe kann sie kaum gehen. Clown Bernhart besucht Wiktoria vor ihrer sechsten OP und begleitet sie bis zum OP-Saal.

Was kann ein Clown im Behandlungsalltag bei Kindern und deren Eltern bewirken?

Natürlich ist die Anspannung vor einer Behandlung oder Operation groß. Bei Kindern geht es mir daher darum, diese auch zu einem positiv verknüpften Erlebnis zu machen. Nichts kann Gefühle wie Angst und Ungewissheit mehr befeuern, wie stundenlanges Warten. Gemeinsam mit Clown Bernhart wird die Zeit subjektiv viel kürzer, weil das Kind sie abwechslungsreich und voller Überraschungen erlebt.

Für Eltern sind wir Clowns auch ein großer Gewinn! Oft sind sie noch viel stärker als ihre Kinder von Sorgen geplagt. Sein eigenes Kind in dieser schwierigen Situation lachen und spielen zu sehen, löst bei ihnen oftmals große Erleichterung und Rührung aus. Daneben sind wir aber als Profis auch einmal eine große Stütze, indem wir Behandlungsabläufe einfach erklären oder auch eine Schulter zum Anlehnen und Trösten sind.

Für das Personal sehe ich uns als einen Partner, der ihnen ihre Arbeit erleichtern kann. Lassen sich Ärztinnen und Ärzte oder Pflegerinnen und Pfleger auf das Spiel ein, macht sie das menschlicher und sie verlieren für die Kinder den Schrecken. Wenn wir dann in kritischen Momenten wunderbar ablenken und das Personal dadurch schnell und unkompliziert den Eingriff durchführen kann, haben wir eine winwinwin-Situation.

Ein Mädchen im Krankenbett wird von Clown Bernhart besucht.

Was war dir bei dem Besuch bei Wiktoria besonders wichtig?

Mir war es wichtig, Clown Bernhart als sehr menschlich, voller Fehler und Probleme zu zeigen. Früh hat sie gemeint, ich wäre so tollpatschig und lachte viel darüber. Es ging mir auch darum abzuwägen, wie lange sie mich beobachten darf und ab wann das Vertrauen so gut ist, dass ich in die direkte Interaktion mit ihr gehen kann.

Gerade im Spital ist es für ein Kind sehr wichtig, auch einmal die Kontrolle zu übernehmen, die Überlegene zu sein. Es lenkt von ihrem „Problem“ hin zu meinen Problemen. Ich versuche, Kinder wie Wiktoria auf ein Podest zu stellen. Sie am Gang als „Königin Wiktoria“ anzukündigen, wenn sie im Krankenbett vorfährt, hilft da schon viel!

Wie hat Wiktoria auf Clown Bernhart reagiert?

Sie war sehr aufgeschlossen und offen, hat auch sehr schnell den direkten Kontakt mit mir gesucht und ihn gut gefunden. Ausschlaggebend war auch das Wohlwollen, das mir von Seiten der Mutter und des Personals entgegenschlug.

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