Geschichten vom Clown-Fux Klaus #50

07.April 2021
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Auf Wiedersehen

Da saßen wir nun, unser Hauskater, Aloisia und meine Wichtigkeit, der Clown-Fux Klaus, in unserem vollkommen leer geräumten Haus. Aloisia hatte die Sache mit dem Abnehmen sehr ernst genommen. „Seltsam, es fühlt sich gerade so an, als ob wir gar nicht mehr hier wohnen würden“, murmelte unser Hauskater nachdenklich. Alles war verstaut, gut eingepackt, geleert und sorgfältig verräumt worden, sogar das schlaue Buch unseres Hauskaters war in der Bücherwand einsortiert und lag nicht aufgeschlagen auf dem Wohnzimmertisch, wie es über die letzten Jahre immer der Fall gewesen war.

„Gehen wir von hier weg?“, wollte ich wissen. Aloisia seufzte tief, setzte zu einer Antwort an, verstummt jedoch sogleich wieder. „Ich hätte nichts gegen eine Luftveränderung, wir haben doch sicher schon 43, 67 oder 95 Jahre hier gelebt. Woanders ist es auch schön“, überlegte ich laut. Unserem Hauskater schien die Idee zu gefallen. Wie der Wind flitzte er zu seinem geliebten Buch, schnappte es sich und platzierte es vor uns Dreien auf dem Küchentisch.

„Klaus, du schlägst mit zugemachten Augen eine Seite auf. In das Land, das wir auf dieser Seite finden, gehen wir“, ordnete unser Hauskater an. Glückselig, dass mir diese ehrenvolle Aufgabe zuteilwurde, blätterte ich durch das dicke Hauskaterbuch, stoppte nach Gefühl und legte meine Pfote auf eine Seite. Ich schlug die Augen auf und las Aloisia sowie unserem Hauskater laut vor. „Ägypten: Ein Land im Nordosten von Afrika, in dem über 97 Millionen Menschen leben. Es regnet nicht besonders viel, und es ist ziemlich warm dort. Schnee gibt es keinen.“ Weiter kam ich nicht, da Aloisias Gesichtsausdruck immer trauriger wurde. „Kein Schnee?“, fragte sie leise nach. „Kein Schnee, dafür Wüste und viel Sand mit Sandmäusen“, erläuterte unser Hauskater, der wusste, dass Clown-Füxe und Aloisias die Hitze nicht so gut vertrugen. Ägypten, ausgeschieden!

unser Hauskater und Aloisia machte kurzen Prozess. Sie schloss die Augen, strich über das zugeklappte Buch, klappte es flink auf und zeigte auf… „Sibirien ist ein Teil von Russland und circa 7000 Kilometer lang. Dort befindet sich der wasserreichste und tiefste See der Welt, der Baikalsee, der über 1600 Meter tief ist. In Nordsibirien gibt es Rentiere, Walrösser, Robben, Eisbären, Lemminge und Polarfüchse. Die Menschen…“, wollte Aloisia fortsetzen, als sie meine verschränkten Arme sah. „Nach Sibirien können wir nicht gehen, weil ich ganz schlechte Erfahrungen mit einen Cousin 17. Grades, einem Polarfuchs namens Konstantin, gemacht habe. Er hat mich anno dazumal um 23 Tafeln Schokolade und 14 ganze Schokokuchen betrogen“, erläuterte ich mit Nachdruck. Sibirien, ausgeschieden!

Blieb nun nur noch unser Hauskater, der die Augen schloss und blind eine Seite aufblätterte. „Dort gehen wir jetzt hin, keine Diskussion“, hielt unser Hauskater bestimmt fest, bevor er vorzulesen begann. „Norwegen: Eines der flächengrößten Länder Europas, in dem aber nur circa 5,4 Millionen Menschen leben. Es gibt viele Buchten, so genannte Fjorde, mit unzähligen Fischen drin. Die Pflanzen-, und Tierwelt ist sehr abwechslungsreich. Norwegen ist ein ruhiges, friedliches, sehr schönes Land, in dem Schokokuchen besonders gut schmeckt“, las unser Hauskater vor und allen Dreien blieb der Mund bzw. das Maul offen. „Ich bin dabei!“, rief meine Wichtigkeit, der Clown-Fux Klaus, und sah im Geiste schon mindestens 164 Stücke Norwegischen Schokokuchen vorbeiziehen. Dass unser Hauskater nicht nur gerne Fische fraß, sondern auch gerne angelte, wussten wir alle. Fehlte noch Aloisia, die bis über beide Ohren grinste. „Ich starte den Traktor, holt eure Sachen. Wir fahren nach Norwegen und ziehen in ein Haus am Fjord“, erklärte sie, griff sich ihre Tasche, setzte sich ihren Sonntagshut auf und rannte in die Traktorgarage.

Unser Hauskater und ich packten rasch zusammen, schlossen alle Fenster sowie Fensterläden, verfrachteten unser 20 Hühner noch in das Schlafzimmer der Nachbarin, schrieben einen Zettel und klebten diesen auf die Haustüre, nachdem wir abgeschlossen hatten.

„Wir wandern nach Norwe… Norwog…Norwagen, ja Norwagen, aus, fahren aber mit dem Traktor dorthin. Macht es gut und bleibt gesund!


Wir haben euch lieb,
Aloisia, Clown-Fux Klaus & Hauskater“

 

Frage: Werden Aloisia, Klaus und der Hauskater für immer in Norwegen bleiben, was glaubst du?