Geschichten vom Clown-Fux Klaus #47

23.Februar 2021
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Ein Bussi für…

Da saß er nun, wie er leibt und lebt: Rüdiger, der Clown-Mann, den unser Hauskater und ich, Clown-Fux Klaus, für Aloisia ausgesucht hatten. Ferdinand und Ernesto haben zwar auch ihre Vorzüge, aber nach vier Stunden Beratungszeit, entschieden wir uns also für Rüdiger und für Romantik für Aloisia. „Aber die beiden anderen bekommen wenigstens Krapfen und Kaffee“, darauf bestand Aloisia und richtet den beiden Verlassenen eine feine Nachmittagsjause, die sie schließlich in der Holzhütte zu sich nahmen, weil auf der Terrasse noch immer zu viel Schnee lag. Dankend nahmen die beiden charmanten Clown-Herren das Angebot an, machten sich über ihre Krapfen her, schmatzten und schlürften dabei jedoch so laut, dass sogar unser Hausigel kurzzeitig aus dem Winterschlaf erwachte.  Da sie nicht umsonst gekommen sein sollten, drückte ihnen Aloisia nach der Schmatzer-, und Schlürferei noch Schneeschaufeln in die Hand und ordnete das Freischaufeln des Parkplatzes sowie das Befreien der Terrasse an. Brav, wie einst ihre Schüler, befolgten Ernesto und Ferdinand Aloisias Anordnung und begannen fleißig zu schaufeln. Sie schaufeln übrigens immer noch…

„So, und jetzt Romantik mit Rüdiger“, verkündete Aloisia, krempelte sich die Ärmel hoch und begab sich strammen Schrittes samt Wörterbuch in die Küche zu ihrem Auserwählten, der in der Zwischenzeit ein Nickerchen auf der Eckbank gemacht hatte. Während unser Hauskater und meine Wichtigkeit sich auf dem Küchenschrank versteckt hatten, um alles aus sicherer Deckung heraus zu beobachten, las Aloisia aus dem Wörterbuch vor: „Romantik: Gefühlsbetonte Stimmung. Romantisch: gefühlsbetont, schwärmerisch, abenteuerlich“, zitierte Aloisia das allwissende Buch, während Rüdigers Augen immer größer wurden. „Gefühle, gefühlsbetont…“, wiederholte Rüdiger fragend in Aloisias Richtung blickend.

„Ihr müsst über etwas reden, was ihr spürt. Etwas, das tief in euch drin ist“, rief unser Hauskater aus seinem Versteck. Sowohl Rüdiger als auch Aloisia schienen nun zu wissen, worum es sich drehte und begannen frei von der Leber zu erzählen. Rüdiger berichtet von einem eitrigen Zahn, der immer wieder Schmerzen verursachte und von der Tatsache, dass er kein Sauerkraut und keine Bohnen essen durfte, weil sonst drei Tage lang niemand mehr freiwillig in seine Nähe ging. Aloisia erklärte ganz genau, was mit ihrer Leber ab und zu nicht stimmt, und außerdem wie weh ihr Kopf manchmal tat. „Alles ganz tief drin, ich spüre es ganz deutlich“, schloss Aloisia ihre Ausführungen und plötzlich war wieder Schweigen in der Romantik.

„Ich müsst von etwas schwärmen. Etwas, das ihr ganz toll findet“, quietschte unser Hauskater wiederrum und hoffte so, der lahmen Romantik etwas auf die Sprünge zu helfen. Rüdiger fiel zu schwärmen leider so gar nichts ein, aber Aloisia hüpfte auf, packte diesen feschen Clown-Mann mit dem rosa Hemd, und rannte mit ihm zum Bienenhaus. „Noch sind sie alle im Stock, aber schon bald werden meine Bienen ausschwärmen“, berichtete Aloisia stolz, während Rüdiger versuchte vom Zuckerwasser der Bienen für sich etwas abzuzweigen. Das gefiel den Bienen so gar nicht und schwuppdiwupp hatten ihn schon fünf Honigsammlerinnen gestochen. Natürlich in die Hände des verhinderten Zuckerwasserdiebs, die nun regelrecht zu Pranken anschwollen.

„Jetzt noch etwas Abenteuerliches“, flüsterte unser Hauskater Aloisia ins Ohr, die nur kurz überlegte und Rüdiger eine Schneeschaufel in die angeschwollenen Hände drückte. „Ich seile dich vom Dachfenster aus ab und du schöpfst mein Dach und das der Nachbarin ab. Immerhin haben wir zwei Meter Schnee auf dem Dach!“, beschloss Aloisia und bevor Rüdiger irgendetwas sagen oder machen konnte, hing er auch schon in einem Klettergurt angeseilt am Dach unseres Hauses. „Bis Sonntag musst du fertig sein“, rief Aloisia noch, als sie das Seil am Kamin festmachte, das Dachfenster schloss und in die Küche zurückkehrte.

„War die Romantik jetzt richtig?“, fragte Aloisia sichtlich belustigt. „Na ja, das Bussi hat halt noch gefehlt“, urteilte unser Hauskater und war mehr als erstaunt, als Aloisia zu ihm herhüpfte, ihn packte und ihm ein laaanges Bussi auf die haarige Hauskaterschnauze drückte. „Erledigt! Wenn ich gewusst hätte, wie einfach Romantik ist, hätte ich schon früher damit begonnen“, kicherte Aloisia schließlich zufrieden.

 

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

 

Frage: Zu welchem Abenteuer hättet ihr Rüdiger mitgenommen?