Geschichten vom Clown-Fux Klaus #44

12.Jänner 2021
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Auf zum Schifahren!

Weil irgendwann auch einmal Schluss mit dem Schneeschaufeln sein musste und auch Clown-Füxe nach den kekseintensiven Weihnachtsfeiertagen Sport betreiben müssen, beschloss Aloisia unlängst mit uns beiden, also unserem Hauskater und meiner Wichtigkeit, Schi fahren zu gehen. Wir waren schon sehr lange nicht mehr Schi fahren, also so mindestens sieben, elf oder 17 Jahre.

„Zuerst müssen wir ordentlich frühstücken, damit alle genug Kraft haben“, befand Aloisia und begann uns riesige Schüsseln mit Früchtemüsli, frischen Orangen und Joghurt herzurichten. „Päh, pfui… das schmeckt aber gar nicht gut“, schimpfte unser Hauskater und flitze schnell in den Keller, um eine seiner eingelegten, dicken, fetten Spätsommermäuse zu holen und schließlich mit Genuss zu verzehren. Ich, der Clown-Fux Klaus, musste wohl oder übel dieses Müsli-Zeugs essen, obwohl es so gar nicht nach Schokokuchen oder Marmeladekeksen schmeckte. Aloisia hingegen mampfte mit großer Begeisterung und nahm einen großen Löffel nach dem anderen. „Ob sie weiß, dass sie versehentlich den Sack mit den Sonnenblumenkernen für die Vögel genommen hat?“, flüsterte unser Hauskater während er sich genüsslich die Pfoten leckte.

Schibekleidung hatten wir genügend im Haus, und alle Drei suchten sich die besten Stücke heraus. Während unser Hauskater und ich am Ende aussahen, wie aus einem Wintersportkatalog aus dem Schneetal, begnügte sich Aloisia mit Helm, Brille, Schal, Weihnachtspullover mit Rentier drauf und langen Unterhosen unter ihrem karierten Rock. „Mit dem Rock bin ich seinerzeit schon bei Olympia Abfahrt gefahren“, erklärte uns Aloisia stolz.

Lediglich bei der Ausrüstung haperte es ein wenig, da wir wirklich schon lange nicht mehr Schi gefahren sind. Im Gartenhaus fand Aloisia ein altes Surfbrett, das im Nu zu einem Hauskater-Snowboard umgebaut war. Unser Hauskater sah jetzt cool aus, oben wie vom Nordpol und unten an den vier Beinen wie aus Hawaii, weil auf dem Kater-Snowboard viele Palmen an einem Sandstrand zu sehen waren. „Super“, kommentierte ich, während mir Aloisia ihre alten Telemark-Schier anpasste. „Tele…Tele… Telefon? Täle…Däne…Dänemark, was?“, fragte ich nach, als Aloisia vom Telemarkfahren schwärmte. „Damals in Norwegen sind wir alle Telemark gefahren. Du schaffst das sicher auch bestens, zumal du ja vier Beine hast“, war Aloisia überzeugt. „Gut, ich fahre Dänemark, wenn Aloisia das so will“, war ich schließlich überzeugt.

„Womit fährst du?“, wollte unser Hauskater, der darauf drängte endlich zu starten, wissen. „Gute Frage…“, murmelte Aloisia intensiv nachdenkend. Alle Drei suchten krampfhaft nach einer Lösung, als mir ein Clown-Fux-Licht aufging. „Der Zaun, der neue Zaun vom Bürgermeister! Der hat schöne Latten, wenn wir uns dort zwei herunterschrauben, ist Aloisia bestens ausgestattet“, rief ich entzückt und schon war der Traktor gestartet. Mit dem fünften Gang düsten wir zum Bürgermeister, schraubten dort vorsichtshalber gleich so ungefähr zehn Zaunlatten ab und fuhren zur Talstation. Geschickt montierte Aloisia Bindungen auf den Zaunlatten, erleichterte die Haselnussstaude noch um einen geraden, langen Stock, der ihr als Schistecken dienen sollte, und keine zehn Minuten später saßen wir in der Gondel.

Uih, war das ein Spaß! Unser Hauskater war auf seinem Hawaii-Snowboard der Star schlechthin. Hüpfte über jeden und alles, fuhr rückwärts, machte Saltos und wurde von den anderen Snowboardern beklatscht und sogar fotografiert. Meine Clown-Fux-Dänemark-Fahrten waren anfangs noch unter der Schneegrenze, soll heißen, dass ich ständig stürzte und viel Schnee in die Clown-Fux-Nase bekam, aber am Ende konnte ich dieses Dänemark, oder Norwegen oder Schweden, oder wie dieser Stil heißt, richtig gut.

Und Aloisia? Ja, Aloisia genoss den ersten Schitag seit vielen Jahren in vollen Zügen. Sie machte keine einzige Kurve, sondern fuhr immer nur Hocke, also Abfahrt und schnurstracks geradeaus. So schnell wie sie war sonst niemand unterwegs, und der Aloisia-Rock flatterte wie ein Segel im Sturm. Nur das mit dem Bremsen vergaß sie irgendwie immer. Statt wieder bis zur Gondel zu fahren, düste sie über Stock und Stein, die Bundesstraße entlang bis auf den Hauptplatz. Erst kurz vor dem Rathaus blieb sie meistens stehen und musste dann zu Fuß eine Stunde zur Gondeltalstation zurücklaufen.

Es grüßt herzlich, Euer Clown-Fux Klaus

Frage: Was gefällt dir am Schifahren am allerbesten?