Geschichten vom Clown-Fux Klaus #33

21.Oktober 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Riesenkürbiskopf Aloisia

„Unglaublich, wie unsere Kürbisse dieses Jahr gewachsen sind“, schnaufte Aloisia als sie mindestens 134, 254 oder 438 solche gelben, orangen, hellbraunen oder gestreiften Exemplare in unseren Keller trug. Sie schnaufte ziemlich dabei, und obwohl unser Hauskater und ich, der Clown-Fux Klaus, fleißig halfen, wollte diese mühevolle Tragerei einfach kein Ende nehmen. „Die Kürbisse haben doch gar nicht Platz in unserem kleinen Keller“, wusste unser Hauskater schon lange bevor Aloisia nicht mal mehr ein kleines Kürbislein durch die Kellertüre stopfen konnte.

„Gut, der Rest kommt in den Schuppen“, beschloss die erfolgreiche Kürbiszüchterin und wir schleppten weiter. Meine Clown-Fux-Arme waren bestimmt schon vier, sieben oder gar elf Zentimeter länger geworden, so sehr hatten diese Kürbisdinger nach unten gezogen, als auch der Schuppen randvoll war. Sogar im Auffangkorb vom Rasenmäher lagen schon welche. Ratlos schauten wir uns um, als unser Hauskater die verwaiste Hundehütte im Nachbargarten entdeckte. Der Nachbarhund war schon vor Jahren in die Stadt gezogen und mittlerweile wohnten nur ein paar Fliegen in seiner ehemaligen Behausung. Mit viel Kraft, Spucke und 14 Metern Anlauf schafften wir es fast 20 Kürbisse in das ehemalige Hundeheim zu stopfen. Die Fliegen zogen laut schimpfend aus, und wir waren auch nicht wirklich glücklich. Immer noch lagen viel zu viele Kürbisse im Garten.

„Kürbissuppe, jeden einzelnen Tag drei Teller Kürbissuppe für alle Drei, bis Ostern“, rechnete unser Hauskater aus, und der musste es ja wissen, weil er auf der Universität war und seinen Doktortitel in Schnurrologie gemacht hatte. Keine gute Idee, weil keiner von uns Dreien wirklich gerne Kürbissuppe isst, oder zumindest nicht jeden Tag.

„Tante Sophia liebt Kürbisse, wir könnten ihr ein paar ins Altersheim bringen“, schlug Aloisia vor und sofort begannen unser Hauskater und ich, der Clown-Fux Klaus, damit einen Traktor-Anhänger zu beladen. Sophia freute sich sehr über unser Geschenk, und wir durften alle 107 Kürbisse bei ihr lassen. Am Ende konnten wir uns gar nicht richtig von ihr verabschieden, weil das Sophia-Zimmer bis unter die Decke mit diesen Butternuss-Exemplaren, Muskatkürbissen und Hokka…Hukka…nein, so heißen die nicht… Hocka…Hockey, ja Hockey-Kürbisse vollgestopft und Tante Sophia nicht mehr zu sehen, sondern nur mehr zu hören war.

„Was machen wir jetzt mit den restlichen 40 Riesendingern?“, wollte ich von Aloisia daheim im Garten wissen, doch die blickte nur ratlos. „Bald ist doch Halloween! Wir könnten sie aushöhlen, Gesichter reinschnitzen, eine Kerze reinstellen und sie dann rund um unser Haus platzieren“, schlug unser Hauskater eifrig vor. Seine Idee fand großen Gefallen, und so machten wir Drei uns begeistert ans Werk. Unser Hauskater schnitzte lauter bekannte Persönlichkeiten aus dem Fernsehen in die Kürbisse, ich bildete meine gesamte Clown-Fux-Verwandtschaft ab, und Aloisia produzierte finster dreinschauende Gestalten mit nur einem oder zwei Zähnen.

Als Aloisia einen Riesenkürbis in die Hand bekam und ein besonders gruseliges Gesicht schnitzte, rief ich: „Setz den Kürbis doch einmal auf!“ Aloisia grinste und tat, worum ich sie gebeten hatte. Der Riesenkürbis passte ihr ausgezeichnet, sie ging herum wie ein Ungeheuer und machte gruselige Geräusche. Unser Hauskater und ich, der Clown-Fux Klaus, amüsierten uns prächtig. Da es aber schon fast dunkel und draußen frisch geworden war, wollten wir ins Haus gehen und einen warmen Tee trinken. Wollten, denn… wie soll ich es ausdrücken… Aloisia wurde diesen Kürbiskopf irgendwie nicht mehr los. Sie bekam das Ding einfach nicht mehr vom Kopf. So sehr unser Hauskater und ich auch zogen, der Riesenkürbis saß felsenfest und mit Kürbis am Kopf passte Aloisia einfach nicht durch die Haustüre. Eigentlich müsste ich sagen, sitzt felsenfest, denn bis zum heutigen Tage konnten wir Aloisia nicht von diesem Ding befreien und jeder Nachbar, den wir um Hilfe baten, lief vor Schreck laut schreiend davon. Tja, so dauert Halloween heuer bei unserem Hauskater, mir, dem Clown-Fux Klaus, und unserer Kürbis-Aloisia, die immer noch auf der Terrasse auf Hilfe wartet, dann doch etwas länger als geplant…

 

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

Frage: Wie könnte Aloisia endlich aus dem Riesenkürbis befreit werden?