Geschichten vom Clown-Fux Klaus #32

14.Oktober 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Das erste Mal auf Urlaub

„Wo warst du diesen Sommer auf Urlaub?“, wollte unsere Nachbarin unlängst von Aloisia wissen und erntete nur einen schiefen Blick. „Wo wart ihr Drei, der Clown-Fux Klaus, euer Hauskater und du zur Erholung?“, bohrte die Nachbarin naseweis weiter, doch Aloisia gab noch immer keinen Mucks von sich. „Wir waren noch nie auf Urlaub“, fauchte unser Hauskater von der Haselnusshecke und marschierte mit erhobenem Katerschwanz Richtung Kleinmauswiese. Aloisia wurde so seltsam rosarot im Gesicht, murmelte etwas von Kartoffeln auf dem Herd und beeilte sich sehr ins Haus zu kommen.

„Wir könnten doch auch ein paar Tage auf Urlaub fahren. Jetzt gibt es viele freie Plätze und im Garten hast du ohnehin schon alles geerntet“, schlug ich, der Clown-Fux Klaus, vor. Zögerlich nahm Aloisia ihre Lieblingszeitung zur Hand, suchte unter der Rubrik „Urlaub für Clowns, Clown-Füxe sowie Hauskater“ und fand prompt eine Ferienwohnung an einem großen See. Gar nicht weit weg von uns, wir brauchten nur vier Stunden mit dem Traktor bis wir dort waren. Aber ich glaube das lag auch daran, dass Aloisia sicherheitshalber all ihre Kleidungsstücke, 14 Paar Schuhe, ihre Langlaufausrüstung, das gesamte Werkzeug für den Traktor und nicht zuletzt Essen für mindestens 13 Wochen eingepackt hatte.

Unsere Clown-Clown-Fux-Hauskater-Ferienwohnung war nicht groß, aber außerordentlich gemütlich. Wir hatten sogar einen Fernseher – mit Farbe wohlgemerkt – daher saß unser Hauskater fast die gesamte Woche vor diesem Flimmerkasten. Er sah sich solche Dokumen… Dokamen…Dikaamen…na, wie heißt das? ...Dikumentationen, ja so heißt das, Dikumentationen über Tiere, Pflanzen und Bauwerke aus aller Welt an und schrieb in seinem schlauen Buch mit. Sozusagen Bildungsurlaubsfernsehen für unseren Hauskater.

Aloisia wusste am ersten Tag nicht so recht, was man im Urlaub macht und begann sofort die Hecke zu schneiden und jätete auch gleich noch die Blumenbeete aus. „Im Urlaub sollte man sich erholen, lange schlafen, ausgiebig spazieren gehen, und es sich gut gehen lassen“, ermahnte ich Aloisia, die verdutzt schaute und den Rasenmäher, den sie gerade repariert hatte, unauffällig wieder in das Nebengebäude schob. „Gut, dann schlafen wir morgen lange und gehen dann wandern“, beschloss Aloisia für uns Beide, und ich, der Clown-Fux Klaus, freute mich auf den kommenden Tag.

Tja, was soll ich sagen… unser Hauskater stand um 08:00 Uhr auf und schaute gleich Frühstücksfernsehen, während er ein paar eingelegte Almwiesenmäuse mit Butterbrot und warmer Milch zu sich nahm. Ich, der Clown-Fux Klaus, war gegen 10:00 Uhr am Frühstückstisch und wartet auf Aloisia, die einfach nicht kommen wollte. Ich wartete und wartete und wartete. Erst um 14:30 Uhr zeigte sich eine vollkommen verstrubbelte Aloisia. Ihr ganzes Leben war sie spätestens um 05:30 Uhr aufgestanden und am ersten Tag, an dem sie länger schlief, hatte sie sage und schreibe fast 20 Stunden durchgeschnarcht. „Beeile dich Aloisia, wir wollen doch noch wandern gehen“, rief ich und holte unsere Wandersachen.

Mit einem Rucksack randvoll mit Jause machten wir beide uns auf den Weg. Wir beschlossen um den See zu gehen und marschierten strammen Schritts los. Unser Hauskater schrie noch irgendetwas von „viel zu lang“ und „mit dem Boot heimfahren“ nach, doch ich hörte nur mehr mit einem Clown-Fux-Ohr hin. Gehen kann Aloisia, ist sie doch zeitlebens bei Wind und Wetter über Stock und Stein marschiert, daher war sie immer mindestens drei oder neun oder 23 Schritte schneller als ich. Bald schon verlor ich Aloisia beinahe aus den Augen, und es begann auch schon dunkel zu werden.

Als Aloisia an der Schiffsanlegestelle vorbeischritt, kam mir eine Idee. „Wir können mit dem Boot heimfahren“, schrie ich Aloisia nach, doch die war schon über alle Berge. Was tun? So beschloss ich mit dem Boot heimzufahren, erlebte noch eine tolle Schifffahrt und kam pünktlich zum Abendessen heim. Um Aloisia machte ich mir keine Sorgen, hatte sie doch den Rucksack mit unserer Jause, die sie, wie sich herausstellte, bitter benötigte. Aloisia kam erst am vorletzten Urlaubstag wieder zur Ferienwohnung, war fünf Tage zu Fuß unterwegs. Scheinbar war der See doch größer gewesen, als ich, der Clown-Fux, angenommen hatte…

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

Frage: Wie wäre Aloisia schneller wieder zur Ferienwohnung gekommen?