Geschichten vom Clown-Fux Klaus #3

03.April 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Kapitel 3: Das alte Handy

Diese Woche ist zum Glück keine Zuhauseschule, diese Woche haben der Hauskater, Aloisia und ich, Klaus, der Clown-Fux, Osterferien. Ich bin sehr froh darüber, weil mir meine Fux-Augen schon richtig weh tun von dieser ganzen Arbeit am Comp…Cump…nein, wie heißt das Ding…Camp…Cromp…ja, jetzt weiß ich es…Cremputer. Schwieriges Wort für einen Clown-Fux, ist, glaube ich, Russisch oder Schwedisch oder Spanisch, irgendsoetwas. Egal, Hauptsache schulfrei und keine Arbeit am Cremputer.

Aloisia kennt sie ja mit diesen modernen Dingen wenig aus. Sie meint ja nach wie vor, dass alle Kästen, in denen man bewegte Bilder sieht, Fernseher sind. Also der Cremputer ist ein Fernseher, das Tablet ist ein Fernseher, das Handy ist ein Fernseher und sogar die Mikrowelle hält Aloisia für einen Fernseher.

Wenn der Hauskater und ich vom Tablet reden, holt Aloisia meistens ihre Halswehtabletten, wo außen ein großer Bär mit grünen Hosen drauf sind. Manchmal bringt sie auch so Sprudeltabletten, aber die dürfen Hauskater und Clown-Füxe nicht nehmen, sagt Aloisia streng. Hmmhhm, dabei sieht der Saft doch aus wie Zitronenlimonade?…

Egal, Tablet versteht Aloisia genauso wenig wie Handy. „Ich habe doch echte Hendis mit vielen Federn, zwei Beinen und einem gelben Schnabel. Und Eier legen meine Hendis auch“, berichtete uns Aloisia letzte Woche mit ganz großen Augen. „Nein, ein Handy braucht Strom und hat ein Ladekabel“, versuchte der Hauskater zu erklären, woraufhin Aloisia wütend wurde und zu schimpfen begann. „Ich kann doch meine Hendis nicht mit Strom füttern, die brauchen täglich frisches Wasser, gute Körner, Sand und Gemüseabfälle. Und wozu sollten meine Hendis ein Ladekabel brauchen? Die brauchen einen Zaun, dass der Marder nicht kommt und sie auffrisst!“, empörte sich Aloisia.

Ich hatte dann eine tolle Idee und sauste schnell in mein Clown-Fux-Zimmer. Irgendwo unter meinen dreckigen Socken, den Batman-Heftchen und den Salzstangen von vorletzter Woche musste doch das alte Handy vom Hauskater liegen. Gesucht, gefunden! Es funktionierte noch und mit voller Freude überreichte ich Aloisia das alte, aber noch gute Handy. Aloisia dachte nach, schaute das kleine, silberne Ding lange mit gerunzelter Stirn an und begann mit dem Kopf zu nicken. Plötzlich drehte sie sich um und verschwand nach draußen in unseren Garten. Fragend sahen der Hauskater und ich einander an. Was Aloisia wohl vorhatte?

Als sie wieder zurückkam, war das Handy aus ihren Händen verschwunden. „Was hast du mit dem Handy gemacht?“, wollte der Hauskater wissen. „Ich habe es zu seiner Familie gebracht, dass es nicht mehr so einsam ist!“, antwortete Aloisia fröhlich. Der Hauskater begann zu schnurren und ich, der Clown-Fux, kannte mich überhaupt nicht mehr aus. Ich musste der Sache unbedingt auf den Grund gehen. Der Hauskater und ich gingen in die Ecke unseres Gartens, wo Aloisia gerade gewesen war, und suchten dort nach dem Handy. Unter dem Busch – nichts. Unter der alten Gartenliege – nichts. Unter dem Maulwurfshügel – nichts! Schön langsam wurde es mühsam, als wir durch ein lautes, schrilles Klingeln aufgeschreckt wurden. Irgendwo in der Nähe läutete Aloisias Handy. Der Hauskater sprang wie vom Blitz getroffen Richtung Hühnerstall. Das Klingen kam ganz aus der Ecke des Hühnerstalls, dort wo es ziemlich finster war.

Vorsichtig schlichen der Hauskater sowie ich, Klaus, der Clown-Fux uns an, und da war es, Aloisias Handy! Es lag mitten im Nest der 16 Küken, die gerade erst vorgestern geschlüpft waren. 16 gelbe, flauschige Küken, eine stolze, braune Mama-Henne und ein silbernes, altes Handy befanden sich im Brutnest. „Schöön, jetzt ist die Familie wieder vereint“, hörten der Hauskater und ich unsere gute Aloisia, die gerade gekommen war, aus dem Hintergrund sagen. Wir schauten uns an, konnten das Lachen nicht wirklich verkneifen und grinsten bis über beide Fux-, und Katerohren.

Es grüßt herzlich,

Klaus, der Clown-Fux