Geschichten vom Clown-Fux Klaus #26

03.September 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Ausflug mit dem Bus

„Ich möchte unseren Fisch-Freund Egon besuchen, weil wir ihn so lange nicht gesehen haben“, meinte unser Hauskater vor einigen Tagen und sah Aloisia dabei flehend an. „Ich kann derzeit nicht wegfahren, es ist so viel zu ernten“, antwortete Aloisia nach kurzem Nachdenken und zuckte bedauernd die Schulter. Das waren keine guten Nachrichten, da wir Egon ja mindestens 249 oder 653 oder 1950 Tage nicht gesehen hatten. Unser Hauskater und ich vermissten Egon schon sehr, so sehr, dass ich ein paar Clown-Fux-Tränen weinen musste. Normalerweise weinen Clown-Füxe nicht besonders oft, aber in diesem Egon-wir-vermissen-dich-so-sehr-Fall ließen sich die Clown-Fux-Tränen einfach nicht zurückhalten. „Ich könnte euch zum Bahnhof bringen und dann fahrt ihr einfach mit dem Bus zu Egon“, schlug Aloisia schließlich vor.

Gesagt, getan. Schnell packten unser Hauskater und ich unsere sieben, elf sowie 31 Sachen und ließen uns von Aloisia mit dem Traktor zum Bahnhof kutschieren. „Nehmt diesen Bus dort“, ordnete Aloisia an und zeigte auf einen gelben, ziemlich großen Bus. Schwuppdiwupp stiegen wir Beide ein, winkten Aloisia, die wieder zu ihren Feldgurken sowie Kürbissen fuhr, zum Abschied und warteten auf die Abfahrt. Doch Busfahrer Martin kam einfach nicht. Wir warteten und warteten und warteten… Genau neun Minuten und 29 Hundertstel bis der Hauskater eine Idee hatte. „Aloisia sagte doch, WIR sollen mit dem Bus fahren, also fahren WIR. Du, Klaus, fährst und ich sage dir den Weg an“, erklärte unser Hauskater überzeugt.

Ich war zwar noch nie mit einem Bus gefahren, aber zumindest mit einem Rasenmähertraktor, einem Fahrrad und einem Kinderwagen. „Kann ja nicht so schwer sein“, dachte ich mir und startet den tollen, gelben Bus. „Zuerst müssen wir aus der Stadt raus, auf die Bundesstraße und dann auf die Autobahn“, lautete die erste Anweisung unseres Hauskaters. Nun, das war schnell gemacht, denn so gelbe, große Busse fahren richtig schnell, konnte ich feststellen. Alle Fahrzeuge, die uns entgegenkamen, blieben sofort stehen oder fuhren zum Rand. Fußgänger gingen plötzlich schneller und Hunde sowie Katzen sprangen rasch in den nächsten Garten. „Das geht ja wie geschmiert“, freute ich mich, als ich leider das Taxi von Erwin übersah. Blöderweise fuhren wir über die Motorhaube des Erwin-Taxis, so dass es richtig platt war. „Ach, Erwin soll sich zwei Pferde und eine Kutsche besorgen, das ist eh umweltfreundlicher und macht den Fahrgästen mehr Spaß“, meinte unser Hauskater grinsend.

Auf der Bundesstraße hatten wir viel Spaß, weil es dort jede Menge Kurven gibt. Um nicht so viel schalten zu müssen, fuhr ich einfach mit dem 5. Gang durch. Einmal war ich dann doch zu schnell unterwegs und musste eine Abkürzung durch eine Kuhweide nehmen. Ganz erschrocken bremste ich und als der gelbe Flitze-Bus zum Stillstand kam, öffneten sich beiden Bustüren automatisch. „Einsteigen bitte“, tönte es aus den Lautsprechern und unser Hauskater begann lautstark zu lachen, denn die Kühe auf der Weide nahmen es mit der Einsteigen-Aufforderung ganz genau und stiegen geordnet, eine nach der anderen, in den Bus ein. Sogar der Stier wollte mitfahren und setzte sich in die letzte Reihe. Nun war der gesamte Bus voll mit Kühen, einem Stier, unserem Hauskater, mir, dem Clown-Fux-Klaus und drei verwirrten Hühnern, die sich auch noch irgendwie eingeschlichen hatten.

„Los geht’s, wir wollen in die Stadt, einen Ausflug machen und einkaufen“, muhte der Stier aus der letzten Reihe und begann entspannt wiederzukäuen. „Trifft sich gut, wir wollen nämlich zu unserem Fisch-Freund Egon, der in der Stadt wohnt“, erwiderte unser Hauskater und befahl mir Gas zu geben.

Bundesstraße, Autobahn, Bundesstraße und schließlich diese engen Gassen in der großen Stadt, all das war kein Problem für mich, den besten Clown-Fux-Buschauffeur aller Zeiten, ich fuhr überall mit Vollgas hin. Dass einige Gartenzäune, Laternen, Ampeln, geparkte Autos und Werbetafeln in der großen Stadt jetzt plötzlich ihren Platz gewechselt hatten, kann eben vorkommen.

Als der gelbe Clown-Fux-Bus schließlich um 6 Uhr morgens in Egons Vorgarten eingefahren war, das Hochbeet von Marie Käfer, bei der Egon wohnt, etwas zusammengeschoben hatte und die Kühe samt Stier sowie Hühnern nun doch vor dem Einkaufen in der Innenstadt lieber mit auf Besuch gehen wollten, war nicht nur Egons Wiedersehensfreude riesig, sondern auch die Augen aller Nachbarn im Pyjama, die ungläubig aus den Fenstern schauten.

 

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

Frage: Was wollen die Kühe und der Stier in der großen Stadt wohl einkaufen?