Geschichten vom Clown-Fux Klaus #25

26.August 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Ein Wunsch frei

Als Clown-Fux Klaus habe ich fast keine Verwandten, aber unser Hauskater hat viele Onkel, Tanten, Cousinnen und so weiter, sicher so an die 239, 520 oder 761 Katzen und Kater auf der ganzen Welt. Irgendsoein Großgroßgroßkateronkel ist leider vor einigen Wochen im Alter von 18 Jahren verstorben. Weil er mit Kühlmäusen und Fertigmausgerichten gehandelt hat, war dieser Großgroßgroßkateronkel ziemlich reich und hinterließ auch unserem Hauskater eine Erbschaft. „Sehr großzügig, mein Großgroßgroßonkel Ferdinand“, murmelte unser Hauskater, als er den Brief las.

„Bist du jetzt ein reicher Hauskater?“, fragte ich neugierig, doch der lachte nur, schnurrte ein wenig und meinte: „Ja, ein ganz klein bisschen reich bin ich jetzt!“. „Was machst du nun mit dem Onkelgeld?“, wollte ich wissen und unser Hauskater begann zu überlegen. Als ihm schließlich etwas einfiel, erklärte er stolz, dass Aloisia und ich uns etwas aussuchen können.

Ich, für meinen Clown-Fux-Teil wusste sofort, was ich wollte. Ich bat den Hauskater darum in Schokolade aufgewogen zu werden, das hieß, ich bekam genau so viele Kilogramm Schokolade, wie die Clown-Fux-Waage anzeigte. Dass ich extra noch einen großen, schweren Stein mit auf die Waage nahm, sei hier nur so am Rande erwähnt. Unser Hauskater erfüllte meinen Wunsch prompt und bis Silvester habe ich nun sicher keine Clown-Fux-Schokoladesorgen mehr.

Aloisia fiel auch nach viel Überlegen nichts ein, da sie nur selten einkaufen geht, weil die Einkaufsachen immer teurer und teurer werden, meint sie. „Wir haben alles daheim oder in der Nachbarschaft“, pflegt Aloisia zu sagen und wirft dann auch gleich die ganze Werbung, die in der Post ist, weg. Ich brauche nichts, ich habe alles, danke Hauskater“, stellt Aloisia nach vier Stunden Überlegen zufrieden sowie vergnügt fest und ging wieder in den Garten, um Kürbisse und Feldgurken zu ernten.

„Aloisia soll aber auch etwas bekommen“, stellte ich trotzig fest und fischte eine zerknüllte Werbung aus unserem Altpapiercontainer. „Gut, wir kaufen Aloisia ein paar Dinge aus dieser Werbung“, ließ sich unser Hauskater überzeugen und spazierte mit mir zum Supermarkt. Da ich, der Clown-Fux Klaus, lieber Bilder schaue als lese, suchte ich schließlich nach den Bildern aus und unser Hauskater schob den Wagen. Zuerst sammelten wir zwei Paar gefütterte Kleinkinder-Regenstiefel mit Krokodilen ein, dann drei Kübel Griechisches Joghurt und einen Nass-Trockensauger, der silbern glänzte. Weil ich aus Versehen einige Avocados auf den Boden fielen, nahmen wir gleich die ganze Kiste und dazu 34 frische Gurken, weil da nämlich auch 34 Gratis-Schäler dabei waren.

Ganz hinten im Geschäft fanden wir Süßigkeiten, die es wohl schon in Aloisias Jugend gegeben hatte, und die jetzt Retro Sweets heißen, was immer das auch bedeuten mag. Auf jeden Fall räumte unser Hauskater fünf Säcke Schokolinsen, 13 Packungen Riegel, 16 Packungen Kokos-Stangerl und 40 Trinkflaschen, die man einfach aufdrehen kann, ins mittlerweile zweite Hauskater-Einkaufswagerl.

„Aloisia mag doch Blumen“, sagte unser Hauskater und sauste flink zu den Lavendelstöcken, den Gladiolensträußen und den Sukkulenten-Schiffchen, wobei ich nicht einmal weiß, was das ist. Der E-Roller war uns dann doch zu teuer und Kleinkinder-Jumpsuits sowie Herren-Bekleidung konnten wir der armen Aloisia wirklich nicht zumuten. „Strickmäntel im August?“, wunderte ich mich und sah, wie unser Hauskater eine Teleskop-Heckenschere und einen Drucker in den Wagen hievte. Als unser Hauskater begann alle verfügbaren Damenbaumwollunterhosen, die es im Doppelpack und extra groß gab, aus dem Regal zu räumen, wurde es mir, dem Clown-Fux zu bunt.

„Jetzt verstehe ich, warum Aloisia nicht einkaufen gehen will. Wer braucht denn all diesen Kram?“, erklärte ich unserem Hauskater und wir beide blickten entgeistert auf unser beiden vollgestopften Einkaufswägen.

Ganz unauffällig ließen wir diese Gefährte beim Waschpulver zurück, holten uns einen wunderschönen Blumenstrauß, eine große Packung Eis sowie Waffeln und flitzten nachhause. Dort richteten wir die Terrasse feierlich her, überreichten Aloisia den Blumenstrauß, aßen Eis und hatten einen richtig lustigen Abend daheim. Aloisia freute sich, sehr sogar und das ganz ohne einer Sechserpackung Himalya-Kristallsalz, 16 verschiedenen Grillsaucen und 20er-Packungen mit extraelastischen Unterhosen.

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

Frage: Was würdet ihr euch vom Hauskater wünschen?