Geschichten vom Clown-Fux Klaus #23

14.August 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Im Möbelhaus

 

Unlängst flatterte uns zusammen mit Aloisias Lieblingslektüre, der Bauernzeitung, ein ganzer Haufen Werbung ins Haus. Aloisia war wenig begeistert und wollte den gesamten Stapel gleich zum Altpapierkontainer bringen, als ein großes, buntes Blatt herausfiel mit vielen Möbelstücken drauf. „Uih, ist das ein schönes Sofa“, freute sich unser Hauskater, als er ein ziemlich teures Exemplar mit Tigermuster sah. „Wir sagen Diwan, nicht Sofa oder Couch“, korrigierte ihn Aloisia sogleich und begann neugierig in diesem Prospekt zu blättern.

„Teppiche sind im Sonderangebot, alle werden um den halben Preis verkauft“, murmelte Aloisia als sie die Seiten mit diesen fransigen Dingern anschaute. Für meinen Clown-Fux-Teil halte ja nicht besonders viel von solchen Fransenflecken, aber Aloisia mag Teppiche wirklich gerne, weil sie dann barfuß gehen kann, und es an den Füßen so fein kitzelt.

„Wir müssen einen neuen Teppich für mein Schlafzimmer kaufen“, rief Aloisia plötzlich und war schon im Vorhaus um ihre Schuhe anzuziehen. Unser Hauskater und ich, der Clown-Fux Klaus, hatten alle Mühe nachzukommen und auf den Traktor zu springen, da Aloisia schon weggefahren war.

Im Möbelhaus angekommen, stürmte Aloisia regelrecht durch diese Eingangstüre, die sich immer irgendwie im Kreis drehte. Brav ging sie mit der Tür mit, ebenso wie der Hauskater und ich, aber das Aussteigen fiel uns irgendwie schwer. Ganze 43, 53 oder 64 Runden gingen wir mit dieser Drehtüre mit, bis wir alle drei mit hochrotem Kopf endlich den Ausgang fanden. Flink hüpften wir hinaus, doch leider war es die falsche Seite, wir standen wieder auf dem Parkplatz. „Warte nur, du gemeine Türe“, schimpfte Aloisia leise vor sich hin und marschierte flott auf die Rückseite des Mobelhauses. Dort standen zwei Damen, tranken Kaffee und unterhielten sich. Aloisia flitzte vorbei, unser Hauskater und ich hinterdrein, und schwuppdiwupp waren wir durch einen ganz normale Türe verschwunden.

Irgendwie hatte ich mir so ein Möbelgehäuse anders vorgestellt, heller, freundlicher mit weniger Staub und mehr Licht. Hier gab es nur haufenweise riesige Pappkartons oder Dinge, die so dick in Plastik eingepackt waren, dass man gar nicht erkannte, was sich im Inneren befand. „Die Teppiche sind dort drüben“, rief Aloisia auf einmal und sauste wie ein Rehlein durch all die Kartons hindurch ans andere Ende dieses Möbelhaufens. Tatsächlich, dort stand ein eigener großer Kontainer mit vielen wunderschönen Fransendingern. Aloisia schaute sich jeden einzelnen ganz genau an, was sehr lange dauerte, weshalb wir Beide einstweilen Verstecken spielten.

Einen Hauskater zu finden ist in so einem enormen Kartonhaufen alles andere als einfach, das könnt ihr mir glauben, aber ich fand unser Fellnase und war schließlich selbst an der Reihe mich zu verstecken. Da ich auf keinen Fall gefunden werden wollte, suchte ich mir ein ganz besonderes Versteck aus. Ich schlüpfte in ein Küchenkästchen, das schon zusammengebaut war und hinter einem LKW mit offener Laderampe stand. „Nie im Leben findet mich unser Hauskater“, freute ich mich und blieb ganz ruhig im Kästchen sitzen. Weil es dort so gemütlich sowie ruhig war und unser Hauskater mich überall suchte, nur nicht in diesem Küchenkästchen, schlief ich irgendwann ein.

Ein unsanftes Rumpeln weckte mich, irgendjemand hatte das Kästchen angehoben und trug es nun an der frischen Luft herum. Meine Clown-Fux-Nase nahm sofort wahr, dass diese Luft ganz anders roch als die Luft daheim, irgendwie salzig. Außerdem rauschte da irgendwo Wasser. Ich bekam es mit der Angst zu tun und verkroch mich ganz hinten im Schrank, so dass mich niemand sehen konnte.

Erst als es still geworden war und offensichtlich kein Mensch mehr in der Nähe war, wagte ich mich zumindest mit der Clown-Fux-Schnauze heraus. „Wo bin ich bloß“, schluchzte ich leise als plötzlich ein Mann vor mir stand und ganz große Augen machte. Ganz aufgeregt rief er: „Il ya un renard dans le placard!“ Tja, und jetzt bin ich immer noch bei diesem, sehr netten Mann, dessen Telefon bis zu Aloisia telefonieren kann, und warte bis Aloisia und unser Hauskater mich mit dem Traktor abholen kommen, aber das wird wohl noch dauern…

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

Frage: In welchem Land könnte der Clown-Fux samt seinem Küchenkästchen gelandet sein?