Geschichten vom Clown-Fux Klaus #21

29.Juli 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Ein Zaubertrank für den Hauskater

Vor einigen Wochen hatte unser Hauskater plötzlich keinen Appetit mehr, keine Mäuse, kein Katzenfutter, keine Snacks, nicht mal mehr seine Lieblingsknuspertaschen mit Käse wollte er. Unser Hauskater fraß gar nichts mehr, saß nur mehr herum und schaute jeden Tag ein Stück trauriger. Aloisia bemerkte das natürlich und unternahm alles, um zu helfen. Sie ist sogar extra zum Metzger gefahren, um frisches Fleisch für ihn zu holen, leider umsonst.

„Wir müssen wohl oder übel zum Tierarzt fahren“, meinte Aloisia besorgt und startete schon einmal den Traktor, während ich, der Clown-Fux Klaus, unseren Hauskater zum Traktor trug. Nicht mal mehr laufen wollte unsere Fellnase. Über Stock und Stein rumpelte Aloisia mit dem Traktor in die Stadt, wobei sie extra schnell fuhr und jede nur denkbare Abkürzung nahm. Bei Tierarzt Bruno angekommen, wurde unser Hauskater sofort untersucht. Sogar Blut musste ihm abgenommen werden. „Leider schaut es nicht gut für euren Hauskater aus. Er hat eine schwere Bauchkrankheit, gegen die es keine Medizin gibt“, bedauerte der Tierarzt und Aloisia musste weinen. Und ich musste auch weinen, weil ich es nicht glauben konnte.

Unser Hauskater sagte gar nichts, sondern sauste zum Traktor und miaute ganz laut: „Ich will nachhause, ich will nicht hierbleiben!“ Aloisia und ich rannten nach und fuhren gleich und doppelt so schnell wie bei der Anreise wieder heim, wo sich unser Hauskater sofort im Garten versteckte. „Du bist doch ein Rote Nasen Clowndoctor, du musst doch was tun können“, fragte ich Aloisia, die mit dem Weinen noch immer nicht fertig war. „Mach‘ doch was“, forderte ich, der Clown-Fux Klaus, aber Aloisia schluchzte nur.

Nein, so konnte das nicht weitergehen, ich musste eine Lösung finden. Sofort rannte ich zu unserem lieben Nachbarsjungen Marvin und erzählte von unserer Misere. Marvin dachte nach und stellte fest: „Klaus, du bist doch ein Clowndoctor-Fux, du müsstest doch irgendeine Medizin oder einen Zaubertrank für den Hauskater herstellen können, dass dieser wieder gesund wird!“ Ja, da hatte Marvin wahrlich Recht, ich bin ja schließlich ein Clowndoctor-Fux und irgendwo in unserem Haus gibt es ein Buch, wo Rezepte für viele Zaubertränke drinstehen. Das Buch hat Aloisia einmal von ihrer Kollegin Dusa geliehen und nie zurückgegeben, aber das dürft ihr bitte nicht verraten.

Oh, Fux, dauerte das Suchen lange, weil Aloisia sich partout nicht erinnern konnte, wo sie das Buch versteckt hatte. Nach vier, neun oder 14 Stunden fanden wir es im Keller hinter den Holunderblütensirupflaschen.

Bei „Hauskater-Zaubertrank“ stand: Man nehme reines Bergwasser, koche dieses auf und gebe folgende Zutaten hinein: Rinde einer 100-jährigen Zirbe, eine alte Clown-Nase, Staubzucker, eine tote weiße Maus, 15 Gummibärchen, drei Schnurrhaare vom Hauskater, eine große Portion Hoffnung, vier Aloisia-Tränen, 31 gute Gedanken, einen Marvin-Fußnagel und ein Alpenedelweiß. Dann abkühlen lassen, zwei Tassen trinken und den Rest einreiben.

Nun, die Zutaten konnten wir relativ schnell beschaffen, nur Edelweiß fanden wir keines. „Dann nehmen wir halt eine Sonnenblume aus unserem Garten“, schlug Aloisia vor. Gesagt, getan, gekocht. Als die Wundermedizin gebrauchsfertig war, ging es unserem Hauskater schon richtig schlecht, er konnte nicht mal mehr reden. Wir alle hofften, dass es nicht zu spät sei. Vorsichtig flößte Aloisia dem Kater zwei Tassen von diesem komisch riechenden Gebräu ein und anschließend wurde er auch noch damit eingerieben. Es stank nun richtig fürchterlich, schien aber zu helfen. „Ich möchte schlafen“, miaute der Kater leise und Aloisia legte ihn vorsichtig in seine Katzenhängematte.

Am Morgen danach saß unser Hauskater zwar schwindelig und ziemlich verstrubbelt vor seiner Futterschüssel, verlangte aber vehement nach seinem Lieblingsfutter und fraß wie ein Wolf. Der Trank hatte also gewirkt und wir alle, Aloisia, ich und Nachbarsbub Marvin freuten uns aus tiefstem Herzen, dass unser Hauskater weiterleben durfte. Nur etwas anders sah er jetzt aus, denn die Sonnenblume hatte wohl extra gut gewirkt. Auf seiner bisher weißen Katerbrust ist nun eine kleine Sonnenblume zu sehen.

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

Frage: Gegen welche Übel könnten Aloisia und der Clown-Fux Klaus noch Zaubertränke mischen?