Geschichten vom Clown-Fux Klaus #13

26.Mai 2020
  • Geschichten vom Clown-Fux Klaus

Wolke Nummer 753a

Heute schreibe ich, der Clown-Fux Klaus, euch von Wolke Nummer 753a aus. Ja, ihr lest richtig, von einer Wolke aus, von einer ziemlich Hoch-oben-Wolke sogar. Unser Hauskater sitzt ganz ruhig neben mir und schaut in die Ferne. Und Aloisia, ja... das ist so eine Geschichte… die ich jetzt wohl von Anfang an erzählen solle…

Vier Clown-Freunde von Aloisia, Rita, Paula, Lotte sowie Guido hatten letzte Woche eine ganz tolle Idee. Sie wollten, so wie früher, die kranken Kinder im Krankenhaus besuchen. Weil das jedoch noch immer nicht erlaubt ist, mieteten sie sich ein Ding, das sich Hebebühne nennt. Diese Hebebühne ist an einem langen Kranarm montiert, der über 20 Meter in die Höhe fahren kann. Rita, Paula, Lotte und Guido stellten das Hebebühnen-Fahrzeug vor das Krankenhaus, hievten sich im schön geschmückten Hebebühnen-Korb in die Höhe und besuchten Kinder, Eltern und Krankenhauspersonal von außen, durchs Fenster, in luftiger Höhe – was für eine tolle Aktion! Sogar das Fernsehen, die Zeitung und das Radio kamen, um die Hebebühnen-Clowns zu sehen.

Aloisia, unser Hauskater, und ich, der Clown-Fux Klaus, waren von dieser Aktion so begeistert, dass wir auch mitmachen und uns eine Hebebühne mieten wollten. „Leider alle vergeben“, bekamen wir mehrmals zu hören, als es Aloisia zu bunt wurde, und sie kurzerhand einen Kran anmietete. Ihr lest richtig, Aloisia mietete einen Kran für uns Drei!

„Kann sie überhaupt Kran fahren?“, flüsterte unser Hauskater, als er sich seinen Kater-Klettergurt und den grünen Sturzhelm mit Pelzohren aufsetzte. „Ich habe keine Ahnung“, musste ich zugeben, zog meinen Spiderman-Klettergurt fest und setzt meinen Spiderman-Helm auf. Wir hatten nur kurz Zeit uns rätselnd anzusehen, als Aloisia uns Beide auch schon am Seil festmachte und in die Höhe zog. Sie lenkte dieses Kran-Dings so, als hätte sie nie etwas anderes getan. Wie viele Meter wir in die Luft gezogen wurden, kann ich nur schätzen, vielleicht 82 Meter oder 124 oder 808 doch 2703 Meter?

Zuerst besuchten wir Kinder in ihren Gärten, Eltern auf ihren Balkonen, Großeltern auf der Dachterrasse, Büromenschen im 12. Stock, Elektriker im 20. Stock und Dachdecker am Dach von einer unglaublich hohen Kirche. Dann kamen Segelflieger, Helikopter mit Piloten drin, etwas später große Jumbojets mit vielen Menschen, die alle aus ihren kleinen Fenstern winkten. Natürlich winkten wir Beide zurück und hopsten ein wenig auf den Tragflächen der Riesenflieger herum. Anschließend wurde es ziemlich ruhig, nur eine Rakete mit drei Raumfahrern und eine Raumstation mit zwei Frauen und einem Hund kamen noch vorbei. Und die Maus am Mars sahen wir auch, sie mähte gerade den Rasen.

„Umdrehen, Aloisia, hier ist niemand mehr“, rief unser Hauskater, der schon Hunger hatte und nachhause wollte. „Nein, es geht noch weiter, habt Geduld“, hörten wir Aloisia irgendwo da unten murmeln. Geduldig baumelten wir an unseren Seilen, als tatsächlich noch jemand kam. Also jemand sehr Großer, der einen langen Rauschebart hatte und vor einem riesigen, hölzernen Tor auf einer Wolke stand. „Hallo, meine Herren“, sagte eine ganz tiefe, sehr freundliche Stimme zu uns. „Was führt euch Beide denn zu mir“, fragte der große Mann im weißen Kittel neugierig. „Wahrscheinlich ist das ein Arzt, weil er nur weiße Sachen und keinen Schmuck trägt, und hier alles blitzeblank sowie sauber ist“, flüsterte ich unserem verdutzten Hauskater zu. „Vermutlich sind hinter der Türe alle kranken Menschen, die wir normalerweise besuchen“, schlussfolgerte unser Hauskater.

„Dürfen wir hinein?“, fragte ich vorsichtig, doch der freundliche Bart-Mann schüttelt nur leicht den Kopf. „Leider nicht, aber ich kann etwas für euch überbringen“, bot der Hoch-Oben-Torwächter an. So übergaben wir ihm einen ganzen Sack voller roter Schaumstoffnasen, baten unsere besten Wünsche auszurichten und wollten schon wieder auf die Erde zurück, als unser Hauskater dem milde lächelnden Mann noch schnell eine rote Nase auf seine Nase setzte. Nun war er wirklich hübsch mit Rauschbart sowie roter Nase, und wir Drei lachten aus vollem Herzen.

Unser Hauskater und ich verabschiedeten uns, winkten unserem neuen Freund mit der roten Nase zu und warteten bis Aloisia das Seil wieder anspannte. Doch da war kein Seil mehr… „Ich, ich, ich wollte doch nur den Knoten ein wenig lockern…“, stotterte unser Hauskater und blickte reumütig. „Wie kommen wir jetzt wieder auf die Erde zurück“, rief ich wütend. „Ich setze euch Beide auf Wolke Nummer 753a, und da wartet ihr bis Aloisia mit dem Kran wieder das Seil vorbeibringt“, schlug der Wolkenmann vor und hievte uns auf sehr nettes, kleines Wolkenexemplar, wo wir nun auf Aloisia warten… und warten… und warten…

Es grüßt herzlich,

euer Clown-Fux Klaus

 

Frage: Falls Aloisia nicht bald mit dem Kran das Seil bringt. Wie könnten Clown-Fux und Hauskater trotzdem sicher auf die Erde zurückkommen?