Don't worry, be happy!

13.November 2021
  • ROTE NASEN Interviews

Christian Sommer alias Clown Bernhart erzählt von einem berührenden Einsatz auf der Kinderambulanz.

Pfeifend und swingend begebe ich, Bernhart, mich auf die Ambulanz der Kinderabteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, um bei meinem CliB-Einsatz* kleinere und größere Patient*inen durch ihre Untersuchungen zu begleiten.

Als ich die Schiebetür zum Behandlungsraum öffne und neugierig hineinschaue sehe ich in traurige, verängstigte Kinderaugen. Johannes, 3 Jahre alt ist mysteriöserweise immer wieder mit hohem Fieber krank, die kompetenten Ärzt*innen  wollen dem Ganzen heute auf den Grund gehen. Johannes gibt keinen Mucks von sich.

Ich komme genau zum richtigen Moment hinein. Der Untersuchungsreigen soll gleich beginnen und da dürfen Bernharts unkonventionelle Untersuchungsmethoden nicht fehlen. Schon schaue ich mit meinem Schnorchel in Johannes' Ohren und mir scheint, seine Angst ist etwas in den Hintergrund gerückt.

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*Bei CliB Einsätzen (Clowns im Behandlungsalltag) werden Clowns in Zusammenarbeit mit dem medizinischen Personal gezielt zu Behandlungen hinzugezogen.

Nun soll ein EKG die Herztätigkeit von Johannes überprüfen, dafür müssen die Sensoren mittels Klebestreifen an Johannes' Brust angebracht werden, was dem kleinen Mann gar nicht recht ist.

Doch ich bin schnell mit meinen eigenen Meeres-Pickerl zur Stelle, klebe sie ihm auf seine Knie aber auch mir auf die Handrücken. Der kleine Junge gluckst vergnügt auf und sein Lachen ist der erste Ton, den er von sich gibt. Doch damit nicht genug, seine Knie-Pickerl scheinen auf magische Art und Weise musikalisch zu sein. Jedes Antippen erzeugt einen eigenen Sound und abwechselnd spiele ich einen groovigen Beat auf unseren eigenen Stickern.

Nebenbei kann die Krankenschwester problemlos ihm die „richtigen“ Klebestreifen anbringen. Johannes scheint gar nicht mehr Notiz davon zu nehmen. Zusammen lachen und staunen wir, bis es mit der Blutabnahme wieder ernst wird.

Zwar kann ich ihm da den Schmerz der Behandlung nicht gänzlich nehmen, doch die Krokodilstränen sind schnell weggewischt, als Johannes sieht, dass ich meine Sticker nicht mehr ablegen kann, sie kleben an meinen Fingern fest. Ich versuche, sie in hohem Bogen in den Mistkübel zu werfen, aber der aufmerksame Johannes entdeckt sie immer wieder an meinen Fingern.

Ich verzweifle immer mehr, aber er ist dafür umso erfreuter und so können wir auch das unangenehme Klebestreifen-Entfernen schnell überbrücken. Während wir uns gemeinsam auf dem Weg zum Ultraschall machen, kleben diese Biester immer noch an mir und Johannes' Lachen ist in der ganzen Ambulanz zu hören und ich pfeife wieder: Don't worry..be happy!!  ;-)