12.März 2026

Wenn Lachen und Trauer aufeinandertreffen

Am 11. März fand im Anschluss an die Vorführung des Films „Vier minus Drei“ im Filmcasino Wien ein ganz besonderes Publikumsgespräch statt: Gemeinsam mit dem Publikum und Moderatorin Kristina Schranz sprachen Barbara Pachl‑Eberhart, Drehbuchautor Senad Halilbašić, ROTE NASEN Gründerin Monica Culen und ROTE NASEN Clownin und Coach Tanja Rainalter über Trauer, Kunst und die besondere Kraft der Clownerie.

„Wenn Weinen und Lachen möglich sind, sind Gefühle frei“
Gleich zu Beginn beschrieb Barbara Pachl‑Eberhart, wie sich ihr Verhältnis zum Film über die Zeit verändert hat. Erst nach mehreren Sichtungen konnte sie wieder „authentisch fühlen“ – an traurigen Stellen weinen und dort lachen, wo Leichtigkeit aufscheint. Genau darin liegt für sie die Qualität des Films: Wenn beides nebeneinander Platz hat, werden Gefühle frei. Ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch das Gespräch spannte.

Vom Buch zum Film: Vertrauen, Zeit und Verdichtung
Der Film basiert auf Pachl‑Eberharts Buch mit dem gleichnamigen Titel – doch bis zur Verfilmung vergingen viele Jahre. Erst mit Regisseur Adrian Goiginger und Drehbuchautor Senad Halilbašić entstand ein gemeinsamer Zugang, der auch neue Aspekte sichtbar machte. Halilbašić sprach darüber, wie wichtig es war, sich vom Buch zu lösen, um filmische Freiheit zu gewinnen: innere Prozesse in Handlungen zu übersetzen, Beziehungen zu verdichten und eine eigene filmische Wahrheit zu entwickeln – getragen von großem gegenseitigem Vertrauen.

Der Clown als Schlüssel: Kunst, die trägt
Zentral für den Film – und für das Gespräch – ist die Figur des Clowns. Für Halilbašić war sie der Schlüssel zur Geschichte: Der Clown als historische, gesellschaftliche und zutiefst menschliche Figur, die Dinge sagen und fühlen darf, für die es sonst keinen Raum gibt. Eine Rolle, die es ermöglicht, Schmerz zu zeigen – und gleichzeitig Hoffnung.

Clownerie als Haltung zum Leben
Aus Sicht von ROTE NASEN wurde deutlich, wie tief diese Haltung reicht. Monica Culen beschrieb, wie Clownfiguren entstehen: individuell, ehrlich, verletzlich. Ein guter Clown bleibt authentisch in seiner Figur, spiegelt Sehnsüchte, Ängste, Sorgen und Hoffnungen – und lässt Menschen sich selbst darin erkennen.

ROTE NASEN gehen dorthin, wo Menschen Freude und Hoffnung durch Widrigkeiten verloren haben: in Krankenhäuser, Krisengebiete, soziale Einrichtungen. Dabei geht es immer um echte Begegnung – von Mensch zu Mensch.

„Herzensbegegnungen von Auge zu Auge“
Tanja Rainalter ließ tief hinter die Kulissen der Clownperspektive blicken: Clownerie sei weder Therapie noch reine Unterhaltung, sondern eine Kunstform, die Begegnung ermöglicht: nonverbal, direkt, berührend. Der Clown nimmt Stimmungen wahr, greift sie auf und verwandelt sie – manchmal in Lachen, manchmal in stilles Mitgefühl.

Abschied, Loslassen und ein letzter Auftritt
Besonders bewegend war Barbara Pachl‑Eberharts Schilderung der Abschiede von ihrem Mann und ihren Kindern – und warum es ihr Wunsch war, ihre Kolleg*innen von ROTE NASEN im Krankenhaus und beim Begräbnis ihrer geliebten Familie dabei zu haben: Nicht als Provokation, sondern als bewusste Entscheidung für ein „Seelenfest“: ein letzter Auftritt, ein würdiges, liebevolles Abschiednehmen, das Leben und Tod nicht trennt, sondern miteinander verbindet.

Hoffnung, die bleibt
Im Publikum wurde deutlich, wie stark der Film wirkt. Viele beschrieben ihn als zutiefst hoffnungsvoll – gerade weil er zeigt, dass Fallen und Wieder‑Aufstehen zusammengehören.

Für ROTE NASEN ist „Vier minus Drei“ mehr als ein Film. Er macht sichtbar, was Clownerie im Innersten ist: eine Kraft, die trägt, wenn Worte fehlen. Und eine Einladung, dem Leben auch in dunklen Momenten mit Offenheit, Mut und Menschlichkeit zu begegnen.

Gewinnspiel zum Kinostart

Wir verlosen 5 exklusive Filmpackages mit jeweils 2 Kintotickets für den Film "Vier minus Drei" und dem Bestseller-Buch "Vier minus Drei" von Barbara Pachl-Eberhart. Jetzt bis 22.03.2026 mitmachen!

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