Clownerie als Haltung zum Leben
Aus Sicht von ROTE NASEN wurde deutlich, wie tief diese Haltung reicht. Monica Culen beschrieb, wie Clownfiguren entstehen: individuell, ehrlich, verletzlich. Ein guter Clown bleibt authentisch in seiner Figur, spiegelt Sehnsüchte, Ängste, Sorgen und Hoffnungen – und lässt Menschen sich selbst darin erkennen.
ROTE NASEN gehen dorthin, wo Menschen Freude und Hoffnung durch Widrigkeiten verloren haben: in Krankenhäuser, Krisengebiete, soziale Einrichtungen. Dabei geht es immer um echte Begegnung – von Mensch zu Mensch.
„Herzensbegegnungen von Auge zu Auge“
Tanja Rainalter ließ tief hinter die Kulissen der Clownperspektive blicken: Clownerie sei weder Therapie noch reine Unterhaltung, sondern eine Kunstform, die Begegnung ermöglicht: nonverbal, direkt, berührend. Der Clown nimmt Stimmungen wahr, greift sie auf und verwandelt sie – manchmal in Lachen, manchmal in stilles Mitgefühl.
Abschied, Loslassen und ein letzter Auftritt
Besonders bewegend war Barbara Pachl‑Eberharts Schilderung der Abschiede von ihrem Mann und ihren Kindern – und warum es ihr Wunsch war, ihre Kolleg*innen von ROTE NASEN im Krankenhaus und beim Begräbnis ihrer geliebten Familie dabei zu haben: Nicht als Provokation, sondern als bewusste Entscheidung für ein „Seelenfest“: ein letzter Auftritt, ein würdiges, liebevolles Abschiednehmen, das Leben und Tod nicht trennt, sondern miteinander verbindet.
Hoffnung, die bleibt
Im Publikum wurde deutlich, wie stark der Film wirkt. Viele beschrieben ihn als zutiefst hoffnungsvoll – gerade weil er zeigt, dass Fallen und Wieder‑Aufstehen zusammengehören.
Für ROTE NASEN ist „Vier minus Drei“ mehr als ein Film. Er macht sichtbar, was Clownerie im Innersten ist: eine Kraft, die trägt, wenn Worte fehlen. Und eine Einladung, dem Leben auch in dunklen Momenten mit Offenheit, Mut und Menschlichkeit zu begegnen.