17.Juni 2026

Glücksmomente im Spital – Wie unsere Clowns Jugendliche und ihre Familien stärken

Doppelinterview mit Anna Rossi (Clownin Toni) und Gabriela Fuchs (Clownin Wilma)

Wenn Jugendliche im Spital liegen, ist ihre Situation oft besonders herausfordernd. Zwischen medizinischen Behandlungen, Müdigkeit und Sorgen versuchen sie gleichzeitig, stark und „cool“ zu wirken. Für Eltern bedeutet diese Zeit ständige Anspannung, für das Klinikpersonal intensive Betreuung. Genau hier entfalten unsere ROTE NASEN Clowns, mit Ihrer Unterstützung, ihre besondere Wirkung: Sie schaffen Momente, in denen Humor, Leichtigkeit und echte Begegnung möglich werden. Indem sie Jugendliche ernst nehmen, ihre Stimmung aufgreifen und auch Eltern sowie Pflegepersonal ins Spiel einbeziehen, verwandeln sie Krankenzimmer für kurze Zeit in Orte voller Lachen, Fantasie und gemeinsamer Entspannung. 

Der Besuch bei dem zwölfjährigen Leo im Spital in Innsbruck zeigt, wie eine solche Begegnung aussehen kann. Seit Jahren prägt seine Epilepsie sein Leben: Anfälle, Untersuchungen und wiederkehrende Spitalsaufenthalte gehören zum Alltag seiner Familie. Auch diesmal ist er seit mehr als zwei Wochen mit seinem Papa auf der Station. Die vielen nächtlichen Anfälle und die starken Medikamente machen ihn müde und erschöpft. Als Clownin Wilma und Clownin Toni das Zimmer betreten, beobachten sie genau, wie viel Energie Leo gerade hat – und beginnen behutsam ein kleines Spiel. Für einige Momente liegt im Zimmer etwas, das im Spitalalltag selten geworden ist: unbeschwerte Freude. 
 
Wie es gelingt, gerade mit Jugendlichen solche Momente entstehen zu lassen, erzählen die beiden Clowninnen Anna Rossi (Clownin Toni) und Gabriela Fuchs (Clownin Wilma) im Doppelinterview. Sie berichten, warum es wichtig ist, Jugendliche genau dort abzuholen, wo sie emotional gerade stehen, warum auch Eltern oft eine wichtige Rolle im Spiel übernehmen und wie aus anfänglicher Müdigkeit oder Skepsis manchmal überraschend schnell eine lebendige Begegnung entsteht, die das ganze Zimmer mit neuer Energie füllt.

 

Was war für euch das Besondere beim Clowneinsatz bei Leo?

Anna R.: Leo war bei unserem Besuch sehr müde, weil er in den Nächten davor kaum schlafen konnte. Gerade deshalb fand ich es besonders schön, dass er trotzdem offen für die Begegnung war. Auch sein Vater hat sehr freudig und offen auf uns reagiert. Das hat sofort eine angenehme Atmosphäre im Zimmer geschaffen. 

Gabriela F.: Für mich war besonders berührend, dass Leo trotz seiner großen Müdigkeit mitgemacht hat. Während unseres Besuchs haben wir auch erfahren, dass er einmal Tuba spielen lernen möchte. Solche kleinen Einblicke in die Wünsche der Kinder sind für mich immer sehr wertvoll. 

Wie haben Leo und sein Papa auf euren Besuch reagiert?

Anna R.: Beide waren offen und neugierig. Man hat gespürt, dass sie gespannt waren, was jetzt passieren würde. 

Gabriela F.: Sie haben sehr aufgeschlossen reagiert, und wir konnten ihr Interesse schnell wecken. Das ist immer ein schöner Moment, wenn man merkt, dass sich die Stimmung im Raum langsam verändert. 

Worauf achtet ihr beim Clownen mit Jugendlichen besonders?

Anna R.: Mir ist wichtig, Jugendliche genau dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Wenn jemand genervt oder müde ist, steigen wir auch in diese Stimmung ein. Über die gleiche Emotion kann eine echte Begegnung entstehen. Es geht nicht darum, etwas zu erzwingen, sondern zu zeigen, dass alle Gefühle erlaubt sind. Daraus kann sich dann im Spiel oft ganz natürlich eine neue Stimmung entwickeln. 

Gabriela F.: Für mich ist es wichtig, keine Angst vor der „Coolness“ von Jugendlichen zu haben. Meine Erfahrung ist, dass sie sich oft gerade dann amüsieren, wenn man als Clownin besonders grotesk oder auch ein bisschen peinlich ist. Diese Offenheit für Verrücktheit schafft oft einen Zugang. 

Wie wichtig ist es, Eltern oder auch das Personal ins Spiel miteinzubeziehen?

Anna R.: Eltern und Personal können der Schlüssel sein, damit überhaupt eine Begegnung entsteht. Gerade bei zurückhaltenden Kindern kann man sich über die Eltern Vertrauen erspielen. Wenn sie mitmachen oder uns wohlgesonnen sind, spüren das die Kinder sofort. 

Gabriela F.: Das Einbeziehen von Eltern, Geschwistern oder auch dem Personal ist für mich sehr essenziell. Oft kommt man über sie überhaupt erst zum Kind. Gleichzeitig entsteht dadurch ein gemeinsamer Moment, der das ganze Zimmer verbindet. 

Was ist euch bei eurer Arbeit besonders wichtig?

Anna R.: Mir ist wichtig, Begegnungen zu ermöglichen, die den Patientinnen und Patienten erlauben, für einen Moment aus dem Klinikalltag auszubrechen. Wenn sie etwas Neues erleben können und die Krankheit kurz in den Hintergrund tritt, ist das für mich sehr wertvoll. 

Gabriela F.: Für mich stehen Freude, Freiheit und Intuition im Mittelpunkt. Gemeinsam mit meiner Kollegin möchte ich auf jeden Menschen individuell eingehen – mit viel Verrücktheit, aber auch mit großer Herzlichkeit. 

Was möchtet ihr mit euren Besuchen erreichen?

Anna R.: Ich wünsche mir, dass durch unseren Besuch eine schöne Begegnung entsteht. Besonders berührend ist es für mich, wenn ich spüre, dass sich die Stimmung im Raum verändert und für einen Moment niemand mehr daran denkt, dass wir uns im Spital befinden. 

Gabriela F.: Ich möchte Menschen berühren, verzaubern oder zum Lachen bringen – je nachdem, was sie gerade brauchen. Wenn sie für einige Augenblicke in eine andere Welt eintauchen können, dann ist das für mich das größte Geschenk. 

Vielen Dank für das Gespräch!

Damit Kinder in belastenden Situationen lachen können und das Klinikpersonal durch Humor und Leichtigkeit gestärkt wird, brauchen wir Ihre Unterstützung. 

Mit Ihrer dauerhaften Spende für eine ROTE NASEN Lachpatenschaft helfen Sie, dass unsere ROTE NASEN Clowns auch in Zukunft regelmäßig kleine Patient*innen, ihre Familien und das medizinische Team begleiten können – mit Freude, Zuversicht und einem Lachen.

Clownin Toni und Clownin Wilma besuchen Leo

Chronisch kranke Kinder wie Leo stehen Tag für Tag vor großen Herausforderungen. Wiederkehrende Spitalsaufenthalte, starke Medikamente und lange Nächte ohne erholsamen Schlaf prägen ihren Alltag und auch den ihrer Eltern. Umso wichtiger sind Momente, in denen Sorgen für einen Augenblick in den Hintergrund treten dürfen. Wenn die ROTE NASEN Clowns das Zimmer betreten, bringen sie genau das mit: Mut, Leichtigkeit und ein Stück unbeschwerte Kindheit. 

Damit solche Begegnungen weiterhin möglich sind, braucht es Menschen wie Sie, die diese Arbeit unterstützen. Nur mit Ihrer Hilfe können wir kranken Kindern wie Leo regelmäßig Hoffnung, Freude und neue Kraft zu schenken. Wer heute spendet, sorgt dafür, dass auch morgen wieder ein kleiner Glücksvogel ins Krankenzimmer flattern kann. 

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