Bis zum Siebenschläfer Wald war es unglaublich weit, mir taten am Ende schon die Clown-Fux-Füße, der Clown-Fux-Rücken, der Clown-Fux-Kopf und die Clown-Fux-Schwanzspitze weh, doch der weite Marsch lohnte sich zum Glück. Nepomuks Höhle war zwar gut versteckt, aber eine Hauskaternase und ein Clown-Fux-Gehör kann nichts und niemand täuschen. Erfreut klopften wir an Nepomuks Haustüre und waren ganz gespannt, wer uns öffnen würde. Langsam, sehr langsam schlürfte jemand Richtung Türe und machte uns vorsichtig auf. „Ja? Wer seid ihr und was wollt ihr?“, hörten wir ehe wir Nepomuk zu Gesicht bekamen.
Nepomuk sah irgendwie so gar nicht aus, wie der Drache aus dem schlauen Buch unseres Hauskaters. Er hatte lange, fettige Haare, seine Zähne waren ganz gelb und seine Hose war bestimmt schon vier oder acht oder zehn Monate nicht gewaschen worden. „Was ist denn mit dir los, Nepomuk? Bist du krank?“, wollte unser Hauskater besorgt wissen. „Na ja, krank nicht, aber meine Flügel funktionieren nicht mehr richtig und das Feuerspucken… ja, das Feuerspucken…“, antwortete Nepomuk mit brüchiger Stimme und begann leise zu weinen.
Ich gab Nepomuk mein grünkariertes Clown-Fux-Stofftaschentuch und nach und nach, als das Schluchzen weniger wurde, erzählte uns Nepomuk sein Leid. Da der arme Drache schon 852 Jahre alt ist, kann Nepomuk leider nicht mehr ohne Hilfe fliegen. „Aber viel schlimmer ist die Sache mit dem Feuerspucken“, jammerte der Drache. „Seit einigen Jahren kommt kein Feuer mehr aus dem Hals, sondern nur… nur… nur… Seifenblasen. Dafür schäme ich mich so sehr“, flüsterte Nepomuk und wurde ganz verlegen.
Unser Hauskater und ich, der Clown-Fux Klaus, sahen uns an, grinsten und flüsterten dem verzagten Nepomuk etwas ins Drachenohr. Nepomuks Augen begannen zu leuchten und flugs, schnell wie der Wind, sauste er zum nächsten Sumpf, nahm ein ausgedehntes Moorbad, kämmte sich die Haare und putzte sich alle 174 Zähne blitzeblank. Die Krallen wurden natürlich auch gezwickt, Drachenparfum aufgetragen und die Sonntagshose angezogen. Drei Stunden dauert die Drachen-Verschönerungsaktion, bis wir Drei zurück in unser Dorf eilen konnten.
Heimlich kletterten wir auf den Kirchturm, bis ganz nach oben, und sicherten Nepomuk mit einem elastischen Kletterseil. Dann sprang der Drache vom Turm. Mit Hilfe des Seils kann Nepomuk nun wieder fliegen, zumindest rund um den Kirchturm. Und wenn jetzt Leute an der Kirche vorbeigehen, spuckt Nepomuk ganz viele Seifenblasen, die sich mit den bunten Blättern vermischen, und dann gemeinsam lustig durch die milde Herbstluft tanzen.
Es grüßt herzlich,
euer Clown-Fux Klaus
Frage: Was könnte denn Nepomuk außer Feuer und Seifenblasen noch spucken?