Wenn Clowns eine Reise tun ...

23.Oktober 2017
  • Geschichten aus dem Spital

Wenn Clowns eine Reise tun ...

Der neunjährige Jonas hat schon viel mitgemacht. Da seine beiden Beine nicht gleich lang waren, wurde eines verlängert. Dazu kamen noch eine Hüftluxation und schwierige Operationen. Mit seinem Becken-Bein-Gips kann er sich seit Tagen nicht bewegen...

Deswegen freut er sich schon sehr auf den heutigen Clownbesuch. Diesmal geht's um den Bauernhof, den die Eltern von Jonas bewirtschaften."Weißt du, ich war schon oft am Tirolerhof beim Tierpark Schönbrunn, aber noch nie auf einem echten Bauernhof in Tirol", meint die Clownin Dr. DI Dagmar. "Aber ich komme doch vom Mondsee", erklärt ihr Jonas. "Oh, ich dachte, alle Bauernhöfe sind in Tirol", rechtfertigt sich die Clownin. Jonas wundert sich über ihre Unwissenheit und erklärt ihr schmunzelnd, dass es sogar in Amerika Ranches und Cowboys gibt.

Clown hält Saugglocke an den Kopf eine jungen im Krankenbett, Clownin flüstert dem Kind etwas ins Ohr
© Niko Havranek

"Ah, dann schicke ich dich gleich mal in die Wüste nach Amerika",schlägt der Clown Prof. Dr. Eierkopf seiner Kollegin lachend vor. Und zu Jonas gewandt: "Super, dann werde ich sie los! Gell, du buchst auch gleich ihren Flug, oder?"

Dagmar bedankt sich herzlich bei Jonas, freut sich und fragt ihn, ob er mit ihr mitkommt. Das geht leider nicht, denn er hat ja noch einen Liegegips. Und dann muss er fleißig mit einem Physiotherapeuten trainieren, damit er wieder gut gehen kann. Aber natürlich kann sich Dagmar immer an ihn wenden,wenn sie Fragen hat.

Clownin beugt sich zu Jungen im Krankenbett der eine rote Schaumstoffnase trägt
© Niko Havranek

Der Clown hat so ein seltsames Ding dabei, das komische Töne von sich gibt. Klingt wie Kuhgemuhe, oder? "Nein, eher wie Schafgeblöke," meint Jonas. Das Muhen kriegen die drei viel besser hin. Jonas erzählt den Clowns, dass sie zu Hause nur Kühe haben, den Stier haben sie weggegeben, der war zu gefährlich. "Wisst ihr, wir bekommen die Kälber, wenn sie keine Milch mehr brauchen, vom Bauern, ziehen sie auf und wenn sie groß sind, bekommt sie der nächste Bauer."
"Aha, dann sind das sogenannte Wanderkühe, oder? Kann ich auch so eine Kuh haben?", fragt Prof. Dr. Eierkopf. "Du kannst sie dir ja mal anschauen, aber eigentlich gehören sie dann schon dem nächsten Bauern. Den musst du dann fragen!", erklärt ihm Jonas.

Dann beginnen Jonas und die Clownin miteinander zu tuscheln. Das passt dem Clown gar nicht, er zückt sein großes Abhörgerät und versucht herauszufinden, worüber die beiden sprechen.

Junge im Spital und Clownin interagieren
© Niko Havranek

Dagmar fragt Jonas, was Cowboy heißt. Dieser erklärt ihr das ganz geduldig: "Cow heißt Kuh, boy heißt Bub." Aber sie würde ja in Amerika ein Cowgirl werden, denn girl heißt Mädchen. Bedeutet dann Cowgummi kleine Kühe? "Nein, das heißt Kaugummi und das kann jeder kauen." "Also auch eine Kuh?", fragt die Clownin. Nein, für die Kühe ist das nicht gut, die können das ja verschlucken."Aber das sind doch eh Wiederkäuer, da kommt dann eh alles wieder rauf", meint Prof. Dr. Eierkopf. Mhh, so gesehen, ja, warum nicht?

Die Clownin freut sich schon aufs Traktorfahren. Auch darüber weiß Jonas Bescheid, denn er darf ja mit seinem Papa am Traktor mitfahren. Also folgt auch da eine kleine Einschulung. Super, Jonas weiß über alles so gut Bescheid und Dagmar darf ihn auchfragen, wenn sie in Amerika ist. Bevor die Clowns sich bei Jonas verabschieden,verewigen sie sich noch auf seinem Gipsbein mit Unterschrift, Kuh und Herzerl. Jonas schwärmt noch von den Schäfchenzeichnungen seines Papas, die seiner Meinung nach wieTotenköpfe in Wolle aussehen. Prof. Dr. Eierkopf schlägt Jonas vor, seinen Gips am Schwarzmarkt zuverkaufen, denn seine Unterschrift sei Goldes wert. "Nein, den hebe ich zur Erinnerung an euch auf!", lacht Jonas.