ROTE NASEN Clown Joseffo Olivero lacht

Generationen-Wechsel

05.Februar 2019
  • Im Interview mit ROTE NASEN

Joseffo Olivero war 21 Jahre lang als ROTE NASEN Clowndoctor Rudolf in Tirol unterwegs. Bevor wir ihm alles Gute wünschen und AUF-UNBEDINGT-WIEDERSEHEN sagen, schauen wir noch einmal gemeinsam mit dem Clown-Künstler zurück:

Was war Dein schwierigster oder Dein schönster Moment in all den Jahren als Clowndoctor?

Es gibt viele, viele schöne Erlebnisse und es war für mich jedes Mal eine Reise mit berührenden tiefen Begegnungen. Unvergesslich sind die Besuche auf der Intensivstation. Ganz besonders, wenn ein Kind zuerst ganz müde im Bett lag und dann so zum Lachen kam und lebhaft wurde, dass es frisch und munter im Zimmer herumhüpfte. Die beste Rückmeldung für mich selbst nach einem Einsatz war, wenn ich danach nicht müde war, weil dann das Geben und Nehmen in einer wunderbaren Balance war und wenn ich zu mir sagen konnte, dass ich jedes Kind irgendwie erreicht habe. Schwere Momente habe ich am Anfang erlebt, weil mir die Leichtigkeit noch fehlte.

Nach all den Jahren meiner Arbeit als ROTE NASEN Clown ist mir bewusst geworden, dass diese Besuche für die Kinder unabkömmlich sind und es eine wunderbare Mission ist.

Der Beruf Clowndoctor war für mich stets …

Ein prozess-orientiertes Arbeiten: Wie kann ich mich weiterentwickeln in der künstlerischen, spielerischen Begegnung mit dem Kind, das sich in einer besonderen Situation befindet?

Mich hat stets die Frage begleitet, wie ich spielerisch und mit den einfachsten Mitteln eine Brücke zum Kind finden kann und, wo ich es in seinen gesunden Anteilen abholen kann. Es ist ein endloses Tun und Spielen. Entscheidend ist auch, dass man selbst Spaß und Freude dabei empfindet und diese Energie offen dem Kind nahebringt.

Als Clowndoctor muss man authentisch, total offen und ehrlich sein, die Emotionen spielerisch umsetzen und das Spiel in eine klare, einfache und verständliche Form bringen.

Was wirst Du am meisten vermissen?

Natürlich das Spiel, diese berührenden Begegnungen, dieses Zusammenwachsen mit den anderen Clowns und das gemeinsame Arbeiten. Was ich mitnehme ist diese grenzenlose Bereicherung, die dieser Beruf einem schenkt, das hat mich als Mensch wachsen lassen und dafür bin ich sehr dankbar.

Was werden Joseffo und Rudolf in der Pension machen?

Ich bin froh, dass ich mein künstlerisches Potential weiterhin in anderen Bereichen umsetzen kann.  Da gibt es Möglichkeiten ohne Ende.

Das möchte ich meinen (jungen) KollegInnen mitgeben …

Sie sollen offen und positiv in den Tag gehen, bei sich sein, sich völlig entspannt dem Geschehen hingeben, sich im Alltag wie ein Clown bewegen und versuchen, ständig spielerisch zu sein.

 

Foto by Andrea Weber Fotografie
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