Das Clowntheater für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Und wie klingst du?

13.Juli 2020
  • Clowns im Einsatz

Die Clowns kommen in die Schule!

Einmal im Jahr werden sie mit großer Freude zu den Kindern mit Behinderung eingeladen, um zu spielen und mit ihnen zu lachen.

Den Clown Jörn kenne ich schon seit ich selbst Kind war. Er hat mich immer fasziniert und ich habe gleich mein Herz an ihn verloren, als ich ihn das erste Mal sah! Viele liebe Erinnerungen trage ich in mir: Eine Fahrt mit dem großen Tretroller, geschminkt sein als Tigerin, auf seinem riesigen Dinosaurier mitreiten, den er als Kostüm trug. Sein Hut war immer ein kleiner Kochtopf aus der Puppenküche, was mir besonders gefiel.

An diesem Tag verabschiedete ich mich traurig von der Klasse, denn ich musste noch zu einer Patientin fahren und würde die Clowns daher verpassen. Schon halb in der Tür bekam ich per Telefon die Terminabsage und konnte mein Glück kaum fassen! Ich durfte bleiben!

Die Clowns sprechen immer das Vitale in den Kindern an und tauchen in ihre Welt ein.

Rasch holten wir alle Kinder zusammen

… der Raum war schon vorbereitet und mit fröhlicher Musik zogen sie ein: Drei Männer mit einfachen Kostümen und Requisiten. In liebevoller Weise führten sie die Kinder durch ihr Koch-, Zauber- und Musikprogramm. Ich war erst skeptisch: "Naja, so viel werden die Kinder nicht mitbekommen, von dem was hier passiert!" Die schwersten Fälle saßen mit uns im Raum versammelt: Kinder mit Autismus, Kinder im Rollstuhl. Kinder mit schweren Gehirnschädigungen, die im Alltag sehr viel Hilfe benötigen und mit wenig Kontakt zur Außenwelt oft abwesend sind. Aber wie durch ein Wunder stellten diese drei Clowns einen Kontakt zu den Kindern her, der mich verblüffte! Selbst jene, die oft weit weg wirkten, lebten richtig mit.

Und wie hat das geklappt? Das Geheimnis war das Zuhören und das ganz nahe dabei sein!

Die Behinderung der Kinder tritt in den Hintergrund – das macht Platz für ein gelöstes Miteinander!

Und wie klingst du heute?

… lautete die Frage der Clowns! Erst sahen sie hin, warteten, lauschten und dann verstärkten sie, was das Kind tat und ahmten es spielerisch nach. Drehte sich das schwer autistische Mädchen wild im Kreis und schnalzte unartikuliert mit der Zunge, dann machten sie das auch. Lustvoll und deutlich wurde der Klang des Kindes aufgenommen! Und da lachte sie plötzlich, hielt in der ruhelosen Bewegung inne, blieb sogar stehen und wir konnten sehen, wie viel sie tatsächlich von ihrer Umgebung aufnahm, wie viel Teilnahme ganz unbemerkt stattfand!

Später "floss" Wasser durch den Raum, das von blauen Seidentüchern und der Flöte dargestellt und belebt wurde. Fasziniert beobachtete ich die Kinder, die danach griffen, mit offenem Mund staunten! Ich war auch ganz gebannt und da war er wieder, dieser Moment, in dem ich verstand, warum genau DAS so wichtig ist! Das Clown-Sein! Das Besondere! Der herausragende Moment, in dem etwas Anderes passiert, als sonst! Das berührt uns irgendwo ganz tief drinnen und nicht nur das Lachen! Es ist so viel mehr! Es ist die Kraft der Darstellung, es ist das Theater, es ist Fantasie, in die wir eintauchen dürfen, die uns weg trägt von den alltäglichen Sorgen! Ein leises Klingen im Herzen, das mir zuflüstert: "Alles ist möglich und alles ist gut!"

Jedes Kind wird in das Orchester aufgenommen und darf aktiv teilnehmen.

Der Spaß ist groß. Kommt ihr bald wieder?

Copyright Fotos: Rudi Ferder