Studien belegen

Gesundheitsclownerie in der Wissenschaft

Gesundheitsclownerie in der Wissenschaft

Die ROTE NASEN Gruppe ist laufend bemüht, die Wirkung und Notwendigkeit von Clown-Interventionen im Gesundheitsbereich wissenschaftlich zu untersuchen. Wir arbeiten stets daran, eine lebendige Forschungskultur zu schaffen und zu pflegen, die die verschiedenen Aspekte der Freude und des Lachens erforscht.

Warum sind die Interventionen von Gesundheitsclowns wichtig?

Kinder in Krankenhäusern leiden vielfach unter Stress aufgrund der ungewohnten Umgebung, der Trennung von den Eltern und der (möglicherweise) schmerzhaften Behandlung. Bei längeren Krankenhausaufenthalten berichten Kinder häufig von Depressions- und Angstsymptomen (Pinquart, 2013).

Durch die soziale Isolation und Restriktion werden auch Schlafstörungen und weitere Verhaltensveränderungen vom medizinischen Personal und der Familie beobachtet (Rennick & Rashotte, 2009). Schmerzhafte medizinische Verfahren können für Kinder und auch ihre Familien sogar traumatisch sein und können langfristige negative psychologische Konsequenzen nach sich ziehen (Alexander & Manno, 2003). Aber auch andere Institutionen wie Waisenhäuser und Flüchtlingsheime teilen ähnliche institutionelle Strukturen, die mit einem verminderten Wohlbefinden und Lebensqualität assoziiert sind (Huemer et al., 2011).

Wie wirken sich Interventionen von Gesundheitsclowns auf Stress aus?

Wie wirken sich Interventionen von Gesundheitsclowns auf Stress aus?

Eine große Zahl an Studien erforscht die Auswirkungen von Gesundheitsclown-Interventionen auf die Stresswahrnehmung von PatientInnen. Einige Studien haben gezeigt, dass eine Gesundheitsclown-Intervention die präoperative Angst der Kinder reduziert, was zu einer verkürzten Hospitalisierungszeit führt und somit kosteneffizienter ist (Kocherov et al., 2016).

Ähnliche Ergebnisse wurden für Kinder gefunden, die Magnetresonanztomographieuntersuchungen durchmachen: Hier konnte durch Clown-Interventionen die Sedierungsdosis verringert werden (Viaggiano et al., 2015). Weiters zeigte sich, dass Mütter durch eine Gesundheitsclown-Intervention weniger Angst und Stress in der präoperativen Phase wahrgenommen haben (Agostini et al., 2014).

So ist die Anwesenheit von Gesundheitsclowns während medizinischer Verfahren wünschenswert und empfohlen, da es positive Effekte für die Kinder und ihre Familien hat.

Wer profitiert von Gesundheitsclowns?

Obwohl die meisten Studien über die Auswirkungen des Gesundheitsclowns mit Kindern durchgeführt wurden, zeigen neuere Studien, dass Clown-Interventionen in jedem Alter positiv sind. Eine aktuelle Studie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Wien durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass auch sehr junge Säuglinge positiv auf die Besuche von Gesundheitsclowns reagieren. Ihre Reaktionen ist aber auch von den Verhaltensweisen ihrer Eltern abhängig (Markova et al., In Vorbereitung).

Eine von Wissenschaftlern an der Universität Zürich durchgeführte Studie stellte fest, dass eine Gesundheitsclown-Intervention bei erwachsenen Patienten einen positiven emotionalen Zustand auslöst und so zu besserer Gesundheit und Wohlbefinden beiträgt (Auerbach et al., 2016). Schließlich reduzierten Clowninterventionen moderate bis schwere Demenzsymptome vor allem vom Typ Alzheimer, was darauf hindeutet, dass dieser so genannte Senioren-Clowning-Ansatz, ein vielversprechendes Instrument zur Verbesserung der Alzheimer-Demenz Pflege darstellen kann (Kontos et al., 2016).

Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Gesundheitsclowns positiv für alle Altersgruppen sind.

© Marlene Rahmann
Warum wirken Clowninterventionen im Gesundheitsbereich

Warum wirken Clowninterventionen im Gesundheitsbereich?

Verschiedene  Studien zeigen, dass Humor und Lachen die Gesundheit auf verschiedenen Ebenen fördert. Durch die Aufrechterhaltung eines positiven emotionalen Zustandes kann Humor dazu beitragen, die grundlegenden Gesundheits- und Heilungsmechanismen eines Körpers zu erhalten (McGhee, 2010).

Humor kann zusätzlich als ein wichtiger Emotionsregulationsmechanismus verstanden werden – das positive Gefühl von Fröhlichkeit, das den Humor begleitet, ersetzt negative Gefühle und Erfahrungen. Humor ermöglicht  Menschen, breiter und flexibler zu denken und sich in kreativer Problemlösung zu üben (Martin, 2007).

Humor hat auch das Potenzial, eine starke emotionale Verbindung zwischen zwei Menschen zu schaffen und damit soziale Interaktionen zu fördern und zu stimulieren (Martin, 2007).

Literaturangaben

Agostini, F., Monti, F., Neri, E., Dellabartola, S., De Pascalis, L., & Bozicevic, L. (2014). Parental anxiety and stress before pediatric anesthesia: A pilot study on the effectiveness of preoperative clown intervention. Journal of Health Psychology, 19, 587-601.

Alexander, J., & Manno, M. (2003). Underuse of analgesia in very young pediatric patients with isolated painful injuries. Annual Emergency Medicine, 41, 617-622.

Auerbach, S., Ruch, W., & Fehling, A. (2016). Positive emotions elicited by clowns and nurses: An experimental study in a hospital setting. Translational Issues in Psychological Science (Special Issue: The Psychology of Humor), 2, 14-24.

Huemer, J., Karnik, N. S., Voelkl-Kernstock, S., Granditsch, E., Dervic, K., Friedrich, M. H., & Steiner, H. (2009). Mental health issues in unaccompanied refugee minors. Child and adolescent psychiatry and mental health, 3(1), 13. 

Kocherov, S. et al. (2016). Medical clowns reduce pre-operative anxiety, post-operative pain and medical costs in children undergoing outpatient penile surgery: A randomised controlled trial. Journal of Paediatrics and Child Health, 52, 877-881.

Kontos, P. et al. (2016). Elder-clowning in long-term dementia care: Results of a pilot study. Journal of the American Geriatric Society, 64, 347-353.

Markova, G. et al. (in preparation). Understanding of and reaction to RED NOSES clown humour by hospitalized infants and toddlers: A pilot study.

Martin, R. A. (2007). The psychology of humor: An integrative approach. Burlington, MA: Elsevier.

McGhee, P. (2010). Humor: The lighter path to resilience and health. Bloomington, IN: Authorhouse.

Pinquart, M. (2013). Auswirkungen chronischer Erkrankungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. In Martin Pinquart (Hrsg) Wenn Kinder und Jugendliche körperlich chronisch krank sind, (pp. 49-66), Springer-Verlag: Berlin Heidelberg.

Rennick, J.E., & Rashotte, J. (2009). Psychological outcomes in children following paediatric intensive care unit hospitalization: a systematic review of the research. Journal of Child Health Care, 13, 128-149.

Viaggiano, M. P., Giganti, F., Rossi, A., Di Feo, D., Vagnoli, L., Calcagno, G., & Defilippi, C. (2015). Impact of psychological interventions on reducing anxiety, fear and the need for sedation in children undergoing magnetic resonance imaging. Pediatric Reports, 7, 5682.